Maurer-Sohn auf Facebook: «Alter, de isch gege jedi Droge!»
Aktualisiert

Maurer-Sohn auf Facebook«Alter, de isch gege jedi Droge!»

Ueli Maurers jüngster Sohn äussert sich auf Facebook zur Haltung seines Vaters zur Drogenlegalisierung. Experten mahnen Angehörige von hohen Politikern zu mehr Vorsicht.

von
Christoph Bernet
Wie schon vor über neun Jahren, als im Garten der Familie Maurer Hanfpflanzen entdeckt wurden, spricht sich der Bundesrat auch heute gegen die Legalisierung von Drogen aus. Das lässt sein jüngster Sohn auf Facebook verlauten.

Wie schon vor über neun Jahren, als im Garten der Familie Maurer Hanfpflanzen entdeckt wurden, spricht sich der Bundesrat auch heute gegen die Legalisierung von Drogen aus. Das lässt sein jüngster Sohn auf Facebook verlauten.

Die Kinder unserer Bundesräte bewegen sich, wie viele andere aus ihrer Generation, ganz selbstverständlich in den sozialen Medien. Von Ueli Maurers sechs Kindern haben fünf einen Facebook-Account. Auch die drei Söhne von Bundespräsident Didier Burkhalter haben ein Profil.

Doch der magistrale Auftritt auf dem sozialen Netzwerk gelingt nicht allen Bundesratskindern gleich gut. Während sich Burkhalters Söhne mit Vorliebe in sportlicher Pose im Kreis ihrer Fussballmannschaft oder beim Marathonlauf präsentieren, äussert sich Ueli Maurers jüngster Sohn frisch von der Leber zur Haltung seines Vaters zu illegalen Genussmitteln.

Er solle seinen Vater von deren Legalisierung überzeugen, schreibt ein Facebook-Freund des Maurer-Sprosses neben ein Foto. Doch Maurers Sohn erteilt ihm eine Abfuhr: «Haha Alter das chasch vergesse, de isch gege jedi Droge!» An Maurers Haltung hat sich damit nichts geändert, seit vor über neun Jahren im Garten der Familie Maurer Hanfpflanzen entdeckt wurden. Ueli Maurer sagte schon damals, er sei gegen jegliche Legalisierung, auch von weichen Drogen.

Obamas Töchter dürfen nicht auf Facebook

Während in der Schweiz die Angehörigen von Politikern auf Facebook machen können, was sie wollen, ist man in den USA vorsichtiger. So hat Barack Obama seinen Töchtern bis zum 18. Lebensjahr verboten, ein Facebook-Profil zu eröffnen. Bis es so weit ist, wird Obama aus dem Präsidentenamt ausgeschieden sein.

Auch Schweizer Politiker wären gut beraten, wenn sie bezüglich der Präsenz ihrer Angehörigen auf Social Media mehr Vorsicht walten lassen würden, sagen Experten. Für Thomas Bigliel, Geschäftsführer von Politnetz, einer Online-Plattform für Politik, ist die Sensibilisierung auf die Gefahren von Social Media zentral: «Es wäre wünschenswert, wenn neugewählte Bundesräte von der Bundeskanzlei auf die Risiken hingewiesen würden, denen sich ihre Angehörigen in den sozialen Netzwerken aussetzen.»

«Vielen ist nicht bewusst, welche Sprengkraft solche Posts haben können», sagt Bigliel. Durch den viralen Charakter der soziale Netzwerke könne sich eine unvorsichtige Äusserung innert kürzester Zeit tausendfach verbreiten und in die Öffentlichkeit gelangen.

«Wie bei der Zahnpastatube: Was raus ist, ist raus»

«Posts auf sozialen Medien bergen immer ein Risiko», bestätigt Kommunikationsexperte Marcus Knill. Ist ein prominenter Vater im Spiel, wie es bei einem Bundesratssohn der Fall sei, sei besondere Vorsicht geboten. «Es lohnt sich immer, kurz innezuhalten und sich zu überlegen, welche Konsequenzen eine Äusserung oder ein Foto haben können», sagt Knill.

Die Problematik bei den sozialen Medien sei die Unwiderrufbarkeit, sagt Knill: «Es ist wie bei der Zahnpastatube: Was einmal raus ist, ist raus und kann nicht mehr zurückgenommen werden.» Dieser Verantwortung müssten sich auch Bundesratskinder bewusst sein. Als Kind exponierter Eltern trage man die Verantwortung, diesen nicht zu schaden.

Bundesverwaltung sieht keinen Handlungsbedarf

Doch bei der Bundesverwaltung sieht man keinen Grund für Richtlinien, welche den Umgang mit sozialen Medien durch Bundesratsangehörigen regeln. Bundesräte seien mit dem Umgang sensibler Informationen vertraut, entsprechend bestehe hier kein Handlungsbedarf, sagt Ursula Eggenberger von der Bundeskanzlei. Sie verweist auf den Leitfaden für den Umgang mit Social Media für die Mitarbeitenden der Bundesverwaltung. Darin werden diese etwa darauf hingewiesen, keine vertraulichen Informationen preiszugeben und nur Bilder und Texte zu veröffentlichen, die man jederzeit auch Mitarbeitern oder Vorgesetzten zeigen würde.

Für die Kinder von Bundesrat Maurer, die auf Facebook präsent sind, gelten die Basisregeln des Anstands, genau wie für alle anderen User, sagt VBS-Sprecher Peter Minder. «Auch für die Kinder eines Bundesrats gilt: Auf Facebook muss man den gesunden Menschenverstand walten lassen.»

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