Aktualisiert 05.02.2017 16:50

UntauglichkeitAlternativer Militärdienst wird immer beliebter

Wer dienstuntauglich ist, aber keinen Wehrpflichtrrsatz zahlen will, kann ein Gesuch für einen alternativen Militärdienst stellen. Die Nachfrage steigt.

von
mlr
Dienst beim Schweizer Militär: Auch untaugliche Männer haben dazu die Möglichkeit. (Symbolbild)

Dienst beim Schweizer Militär: Auch untaugliche Männer haben dazu die Möglichkeit. (Symbolbild)

Keystone/Petra Orosz

Der alternative Militärdienst wird unter jungen Schweizern immer populärer. Nahmen ihn im ersten Jahr seit seiner Einführung 40 Männer wahr, waren es 2016 immerhin schon 130 dienstwillige Personen – eine Verdreifachung der Zahlen, wie das SRF berichtet. Dennoch ist die Zahl, gemessen an 18'000 neu Aufgebotenen für die Rekrutenschule, sehr gering.

Der alternative Militärdienst ist eine Möglichkeit für Personen, die wegen einer Behinderung oder eines medizinischen Problems für dienstuntauglich erklärt wurden, aber keinen Wehrpflicht-Ersatz zahlen wollen. Die Männer müssen unter 26 Jahre alt sein, dürfen niemanden gefährden und werden etwa in der Militärverwaltung oder in einem Armee-Logistikcenter eingesetzt, sagte Mirco Baumann, Sprecher beim Verteidigungs-Departement, zum SRF.

Urteil des Menschengerichtshofs

Eingeführt wurde der alternative Militärdienst überhaupt nur, weil ein Diabetiker sich weigerte, Wehrpflicht-Ersatz zu leisten und bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zog, um ins Militär zu dürfen.

Menschen mit leichten Einschränkungen soll es künftig ohnehin leichter gemacht werden, in die Armee einzutreten: Vor knapp zwei Wochen stellte die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats (SIK) in einem Postulat Massnahmen vor, mit denen der Soldatenmangel bekämpft werden soll. So sollen etwa auf einem Ohr Gehörlose oder Personen mit leichten körperlichen Einschränkungen nur noch die Anforderungen der «konkreten Aufgang» und nicht mehr die «generelle Tauglichkeit» erfüllen müssen.

Haben Sie einen alternativen Militärdienst absolviert? Oder haben Sie es vor? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen in den Kommentaren.

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