Aktualisiert 20.09.2016 10:14

Verdacht bestätigtAluminium im Deo kann definitiv zu Krebs führen

Lange standen die Aluminiumsalze in Deodorants in Verdacht, Krebs auszulösen. Nun haben Genfer Forscher einen weiteren Nachweis erbracht.

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Deodorants sorgen für ein gutes Achselklima, können aber, sofern sie mit Aluminiumsalzen angereichert sind, auch Krebs auslösen.

Deodorants sorgen für ein gutes Achselklima, können aber, sofern sie mit Aluminiumsalzen angereichert sind, auch Krebs auslösen.

iStock/Timx323
Was bisher nur vermutet wurde, haben Genfer Forscher von der Clinique des Grangettes in Genf nun an Mäusen nachgewiesen.

Was bisher nur vermutet wurde, haben Genfer Forscher von der Clinique des Grangettes in Genf nun an Mäusen nachgewiesen.

Flickr.com/ne0pix/CC BY-NC-SA 2.0
In ihrer Studie setzten sie die Brustzellen von Mäusen Aluminiumchlorid aus und dokumentierten, was passiert.

In ihrer Studie setzten sie die Brustzellen von Mäusen Aluminiumchlorid aus und dokumentierten, was passiert.

Keystone/AP/Robert F. Bukaty

Es gibt sie in Spray-, Roll-on- oder Stick-Form und in allen möglichen Duftvarianten. Doch eines haben die meisten Deodorants noch immer gemeinsam: Sie enthalten Aluminiumsalze, die die Schweissbildung unter den Achseln reduzieren. Sie verschliessen die Poren, so dass man weniger nasse Flecken unter den Armen hat.

Eine praktische Sache, aber auch eine gefährliche, wie sich jetzt zeigt. Denn Forscher der Clinique des Grangettes in Genf haben nun erstmals nachgewiesen, dass die Salze – wie schon lange vermutet – Brustkrebs auslösen können.

Eine Reihe bösartiger Veränderungen

In ihrer Studie, die im «International Journal of Cancer» veröffentlicht wurde, setzten Biologe Stefano Madriota und Onkologe André-Pascal Sappino die Brustzellen von Mäusen Aluminiumchlorid aus und dokumentierten, was passiert.

Ergebnis: Die Brustzellen wiesen alle eine Reihe von Veränderungen auf, die für eine bösartige Entwicklung charakteristisch sind, wie es in einer Mitteilung heisst (hier als Pdf herunterladen). Weiter zeigte sich: Brustzellen, die der gleichen Aluminiumkonzentrationen wie menschliche Brustdrüsen ausgesetzt waren, bildeten bei den Mäusen aggressive Tumore, die breit streuen.

Laut den Forschern sind noch weitere Studien notwendig, um die Rolle von Aluminiumsalzen bei der Entstehung von Brustkrebs besser zu verstehen. Trotzdem fordern sie schon heute die Gesundheitsbehörden auf, die Verwendung dieser Salze zu beschränken. Schliesslich liefere die aktuelle Arbeit ein weiteres signifikantes Beweisstück gegen diese körperfremde Substanz.

Die Studie wurde hauptsächlich von einer privaten Genfer Stiftung und der Genfer Krebsliga finanziert.

Erster Verdacht

Bereits 2012 schauten sich Stefano Madriota und André-Pascal Sappino die Aluminiumsalze genauer an. Dafür kultivierten sie Modelle menschlicher Brustzellen. Auf diese wirkte Aluminiumchlorid ein - in Dosen, die 1500 bis 100'000 Mal weniger hoch waren als jene in herkömmlichen Deodorants.

Nach ein paar Wochen stellten die Forscher fest, dass die Zellen geschädigt waren: Das Aluminiumchlorid hatte in den Zellen ein abnormales Verhalten bewirkt, das jenem entspricht, das in den ersten Phasen einer tumorartigen Veränderung von Zellen beobachtet wird. Zudem fanden die Forscher eine erhöhte Zahl von sogenannten Doppelstrangbrüchen des Erbguts, die ebenfalls in Verdacht steht, die Entstehung von Krebs zu begünstigen.

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