Umschuldung bei Rusal: Aluminiumriese lässt Vekselberg aufatmen
Aktualisiert

Umschuldung bei RusalAluminiumriese lässt Vekselberg aufatmen

Dem Börsengang des weltgrössten Aluminiumproduzenten Rusal, der vom russischen Milliardär Viktor Vekselberg präsidiert wird, steht nach einer Umschuldung nichts mehr im Weg. Vekselberg, der auch OC Oerlikon präsidiert, könnte das mehr Spielraum geben.

Der Konzern, der mehrheitlich dem hoch verschuldeten Oligarchen Oleg Deripaska gehört, habe sich mit Gläubigern auf die Umschuldung der Verbindlichkeiten von 7,4 Mrd. Dollar geeinigt, berichteten am Mittwoch die Moskauer Wirtschaftszeitung «Wedomosti» sowie die Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf Bankkreise berief.

Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme ab. «Eine Vereinbarung wird in der nahen Zukunft unterzeichnet», sagte ein Banker. Nach Expertenschätzung ist es die bislang grösste Schuldenumstrukturierung in Russland.

Damit geht für Rusal ein knapp einjähriger Verhandlungsmarathon zu Ende. Als letzter der 73 Kreditgeber setzte der britische Fonds Blue Crest seine Unterschrift unter die Vereinbarung.

Mehr Luft für Vekselberg

Die Umschuldung von Rusal soll bis Dezember 2013 abgeschlossen sein. Als Sicherheit will der russische Konzern Minderheitsanteile an den Aluminiumbetrieben Sajan, Bratsk und Krasnojarsk (alle Sibirien) verpfänden.

Zugestimmt hätten auch die russischen Staatsbanken Sberbank, VTB und Gazprombank sowie der russische Milliardär Michail Prochorow, denen Rusal insgesamt 4,7 Mrd. Dollar schulde, schrieb das Blatt.

Der Rusal-Konzern will noch in diesem Jahr 10 Prozent seiner Aktien an den Wertpapierbörsen in Hongkong und Paris platzieren und dabei rund 2 Mrd. Dollar einnehmen. Der durch die Krise schwer angeschlagene Produzent steht mit 16 Mrd. Dollar bei russischen und ausländischen Geldgebern in der Kreide.

Vekselberg ist einer von vier Aktionären von Rusal und hält 18,9 Prozent an dem Unternehmen. Auch der von ihm kontrollierte Technologiekonzern OC Oerlikon muss Schulden abbauen. Bis zum ersten Quartal 2010 werden 600 Mio. Fr. eines 2,5 Mrd. Fr. schweren Kredits fällig. (sda)

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