Der alte ist der neue: Alves wieder Servette-Trainer
Aktualisiert

Der alte ist der neueAlves wieder Servette-Trainer

Ungewöhnliche Massnahme beim schuldengeplagten Servette: Es feuert Trainer João Carlos Pereira und holt den im November entlassenen João Alves zurück. Damit hat es einen Gläubiger weniger am Hals.

von
mon

Um Überleben zu können, muss Servette seine Schulden tilgen. Nun greift es zu einer ungewöhnlichen Massnahme: Der Super Ligist entlässt Trainer João Carlos Pereira und ersetzt ihn durch dessen Vorgänger João Alves. Die Wiedereinsetzung von Alves hilft Servette, die Anzahl Gläubiger zu verringern. Allerdings war die Entlassung des Portugiesen im November auch höchst umstritten, war er doch sportlich auf einem guten Weg mit den Genfern.

Die Internetseite www.bloodymonday.ch hatte den ungewöhnlichen Schritt des konkursbedrohten Super Ligisten bereits am Dienstagnachmittag angekündigt, der Verein bestätigte diesen dann am Abend. Den Entscheid gefällt hat der neue Servette-Präsident Hugh Quennec.

Alves umstrittene Entlassung

Der 59-Jährige Portugiese Alves hatte Servette letzte Saison von der Challenge League in die Super League geführt und war im November nach Differenzen mit Ex-Präsident Majid Pishyar und dem Cup-Aus gegen Challenge-Ligist Biel (0:3) entlassen worden. Sportlich war die Entlassung im Herbst kaum nachvollziehbar gewesen. Der Aufsteiger war fast durchwegs in der vorderen Tabellenhälfte klassiert. Zudem zeigte sich die Mannschaft im November enttäuscht über die Entlassung von Alves.

Der Nachfolger seines Nachfolgers wird Servette für die letzten fünf Saisonspiele übernehmen - insofern der Verein den Konkurs abwenden kann. Alves zieht im Gegenzug seine am 24. Januar 2012 eingereichten finanziellen Forderungen gegen Servette zurück. Ein entsprechendes Abkommen wurde gemäss Communiqué am Dienstag unterzeichnet und durch die von Konkursrichterin Fabienne Geisinger eingesetzten Sachwalter abgenommen. Mit diesem Schritt kann der Super Ligist «eine deutliche Verringerung der Schulden» erzielen, da der Portugiese offenbar einer der Hauptgläubiger des Vereins war.

Präsident Hugh Quennec hat desweiteren entschieden, sich von Sportchef Costinha zu trennen, der wie Pereira im November sein Amt angetreten hatte. Die beiden Entlassenen werden ihr Gehalt bis Ende Juni weiterbeziehen. (mon/si)

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