Schweizer Robinson Crusoe: «Am Anfang war ich ratlos»
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Schweizer Robinson Crusoe«Am Anfang war ich ratlos»

Schweizer Sackmesser, Machete, Verbandskasten, Satellitentelefon: Mit dieser Ausrüstung überlebte der Walliser Xavier Rosset 300 Tage auf einer unbewohnten Insel im Pazifik.

von
dhr

64 Quadratkilometer unberührte tropische Natur, mitten drin ein Vulkan: Tofua. Was von weitem wie eine traumhafte Feriendestination aussieht, ist in Wirklichkeit eine verlassene Insel mitten im Pazifik. 300 Tage lang war das Eiland, das zum Tonga-Archipel gehört, der menschenfeindliche Lebensraum für Xavier Rosset, den Schweizer Robinson.

«Ich musste alles neu erlernen»

Nur mit einem Schweizer Sackmesser, einer Machete, einem Verbandskasten und einem Satellitentelefon ausgerüstet liess sich der 33-jährige Walliser Abenteurer am 15. September 2008 auf Tofua aussetzen. Dazu hatte er noch eine Videokamera dabei, denn aus seinem Abenteuer will Ex-Profi-Snowboarder Rosset einen Dokumentarfilm machen. «Un regard sur le monde» («Ein Blick auf die Welt») wird der Streifen heissen.

«Am Anfang war ich ratlos», sagt Rosset. «Ich musste trinkbares Wasser finden, einen Unterstand bauen, fischen lernen – so ziemlich alles neu erlernen, um überleben zu können.» Tofua bot ihm ausser Unmengen von Kokosnüssen und ein paar Wildschweinen zunächst nichts. In den ersten zwei Monaten verlor Rosset 18 Kilogramm; dann lernte er, wie man erfolgreich Wildschweine jagt.

Quälende Einsamkeit

«Psychologisch war die Einsamkeit am schwierigsten zu ertragen», erzählte Rosset nach seiner Rückkehr 20 Minutes Online. «Was es dir so schwer macht, ist die Tatsache, dass da niemand ist, der dich wieder aufbaut, wenn du in ein Loch fällst. Und dass da niemand ist, mit dem du die schönen Momente teilen kannst.» Schon nach zehn Tagen fiel Rosset zum ersten Mal in ein solches Loch. «Zum Glück hatte ich ständig zu tun, um mich am Leben zu erhalten.»

Nach zwei Monaten fand Rosset schliesslich doch noch einen «Gefährten»: ein junges Wildschwein, das noch zu klein war, um es aufzuessen. «Es blieb bei mir wie ein Hündchen», erinnert sich Rosset.

«Das Wichtigste ist, seine Träume zu verwirklichen», meint der Abenteurer. «Was die Menschen bremst, das ist oft die Angst vor dem Misserfolg.» Allerdings will Rosset jetzt erst mal ein Weilchen in der Schweiz bleiben. Und er würde sein Abenteuer heute nicht mehr wiederholen: «Ich würde es nicht mehr tun», sagte er den Usern von 20 Minutes Online.

Video: «Un regard sur le Monde»

Quelle: YouTube.com

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