Aktualisiert 22.04.2014 06:09

Ref Patrick Graf«Am besten hätte ich weiterlaufen lassen»

Mit seinem Fehlentscheid beeinflusste Ref Patrick Graf den Ausgang des Cupfinals zwischen dem FCZ und dem FCB (2:0 n.V.). Nach dem Spiel nahm er Stellung zu seinem Fehlpfiff.

von
ete

Die Gegner sprechen in letzter Zeit in Sachen Schiedsrichterentscheid häufig von einem Basler Bonus – im Cupfinal vom Ostermontag konnte davon keine Rede sein. In der 99. Minute des Duells zwischen dem FCZ und Basel hielt FCZ-Verteidiger Jorge Teixeira Giovanni Sio an der Schulter zurück und brachte den Stürmer im Strafraum zu Fall. Graf zückte Gelb – aber nicht etwa für Teixeira. Er bestrafte Sio für eine angebliche Schwalbe. Es war die zweite Gelbe Karte (die erste war dumm und verdient) für Sio, der damit vom Platz flog. Ein Fehlentscheid. Es brauchte nicht einmal TV-Bilder, um den Irrtum zu erkennen.

«Ich habe von der Bank aus gesehen, dass Giovanni zurückgerissen wurde», sagte FCB-Trainer Murat Yakin kurz nach der Pokalübergabe in Bern. Den Kübel nahm aber der FCZ mit – auch dank dem Fehlpfiff des Unparteiischen.

Jammern hilft offenbar

«Offenbar nützt es, wenn man jammert», so Yakin. Der Seitenhieb ging Richtung Zürich, nachdem sich der FCZ nach dem letzten Meisterschaftsspiel gegen den FCB nach einem umstrittenen Penalty und Platzverweis gegen Loris Benito beklagt hatte. Wollte Graf dem ständigen Vorwurf des Basel-Bonus entgegenwirken?

Der pfeifenden Filialleiter aus Oberburg im Emmental nahm nach dem Cupfinal gegenüber dem Schweizer Fernsehen Stellung. Nach der Konsultation der TV-Bilder sagte der 41-Jährige: «Auf dem Feld war für mich das Ziehen am Leibchen laut Uefa-Richtlinien nicht ausreichend, um ein Foul zu pfeifen.» Allerdings, das muss der Korrektheit halber gesagt sein, darf Graf «nur» als 4. Offizieller an Uefa-Spiele. Selber leiten darf er internationale Partien nicht.

Respekt, aber es ändert nichts

Graf weiter: «Jetzt, nachdem ich mir die Bilder am TV angesehen habe, muss ich sagen: Am besten hätte ich einfach weiterlaufen lassen. Ich muss zugeben, da habe ich falsch entschieden.» Das Einstehen für seinen Fehler verdient Respekt, aber Konsequenzen hat eine Entschuldigung eines Unparteiischen nie. So hilft es dem FC Basel wenig – und Giovanni Sio gar nichts. Der muss eine Sperre absitzen – Entschuldigung hin oder her.

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