15.10.2020 19:06

Kasami neu bei Basel«Am Ende der Karriere zählen nur Titel»

Pajtim Kasami sagt, warum der FCB für ihn der beste Verein in der Schweiz ist, welche Ziele er verfolgt und welcher ehemalige FCB-Captain ihn inspiriert.

von
Eva Tedesco

Pajtim Kasami über die Gründe, weshalb ihn der FCB besonders reizt.

(Video: 20 Minuten/ete)

Darum gehts

  • Der FCB verpflichtete kurz vor Transferschluss Pajtim Kasami.

  • Nun gab der 28-Jährige seine erste Pressekonferenz in Rot-Blau.

  • Er sprach über Angebote, Ziele und schwärmte von einem ehemaligen FCB-Captain.

Seit mehr als zwei Jahren stand sein Transfer zum FCB immer wieder mal im Raum. Kurz bevor das Transferfenster für diesen Sommer schloss, verpflichteten die Basler Pajtim Kasami nun wirklich. Am Mittwoch präsentierte sich der 28-jährige Zürcher den Medien.

Auf Umwegen ins Joggeli

Sieben Minuten. Diese Zeit gab ihm das Navi für die Strecke vom Hotel ins Stadion an. Am Ende brauchte Kasami 20 Minuten. Und dann fuhr er auch noch mit dem Velo ins Training zu weit. «Ich habe mich verfahren. Ich bin erst seit Montag in Basel, und es ist halt alles noch neu», entschuldigte sich der Basler Neuzugang lächelnd.

Mit mir und dem FCB – das ist eine spezielle Geschichte.

Pajtim Kasami

Viel länger dauerte es, bis Kasami endlich beim FCB landete. Schon im Sommer 2018 verhandelte CEO Roland Heri mit Sion-Boss Christian Constantin. Damals war Kasami den Baslern noch zu teuer. Aber die Spekulationen brachen nie ab.

Kasami sagt: «Mit mir und dem FCB – das ist eine spezielle Geschichte. Jetzt zählt aber nur, dass ich hier sitze und das Logo auf der Brust habe.» Ein oder zwei Spiele brauche er nach der Pause, um wieder in Spielrhythmus zu kommen. Aber er sei bereit, denn in der vereinslosen Zeit habe er sich mit einem Coach fit gehalten. «Die Pause war aber auch gut, weil ich mich erholen und die Batterien aufladen konnte.»

Kasami wechselte praktisch in letzter Minute nach Basel. Weil es keine anderen Angebote gab? «Es gab andere Angebote, aber der FCB hat mich am meisten überzeugt. In den letzten zwei Monaten ist viel passiert. In der Corona-Krise ist es für keinen Club einfach. Es gab immer Spekulationen, aber ich habe mich zurückgezogen und habe alles abgeblockt. Deswegen blieb auch alles unter dem Deckel.»

Pajtim Kasami spricht über die Gründe, warum er sich für den FCB entschieden hat.

(Video: 20 Minuten/ete)

«Hier haben viele grosse Spieler gespielt. Alex Frei, Marco Streller, Matias Delgado. Ich sass am Mittwoch jeweils vor dem TV-Gerät und habe die magischen Nächte des FCB international mitverfolgt.» Klar sei der FCB im Umbruch, aber wenn das Vertrauen erst wieder zurück sei, könne man um den Titel mitspielen.

Ich habe Mati geliebt. Er hat mich inspiriert.

Pajtim Kasami

Delgado war der erste Gratulant, als bekannt wurde, dass der FCB den zwölffachen Internationalen verpflichtet hat. Kasami erzählte, dass er den ehemaligen FCB-Captain im vorletzten Jahr am Swiss Indoors kennengelernt habe. «Pajtim, wann kommst du zum FCB?», habe der Argentinier Kasami damals gefragt. Seither sei der Kontakt zu Delgado nie mehr abgebrochen.

«Ich habe Mati geliebt. Wie er den Ball kontrolliert hat, wie er ihn gespielt hat. Er hat mich inspiriert», so Kasami. Über sich selber sagt er, dass er ein Spieler mit Übersicht und Spielintelligenz sei. «Ich kann mit meiner Power dem Gegner und mir selbst wehtun. Hauptsache, der Ball ist danach noch rund», sagt er und lacht.

Seine Rolle und seine Ziele

Pajtim Kasami spricht über die Rolle, die er beim FCB übernehmen soll.

(Video: 20 Minuten/ete)

«Es wird von mir erwartet, dass ich meine Qualitäten auf dem Platz zeige und meine Erfahrung an die jungen Spieler weitergebe. Ich fühle mich mit 28 Jahren zwar auch jung, weiss aber, dass man junge Spieler führen muss. Erfahrung, national und auch international, ist Gold wert. Das kann man nicht kaufen», sagt Kasami.

Und seine eigenen Ansprüche? «Ich will unbedingt Meister werden», sagt er resolut. «Am Ende der Karriere zählen nur Titel», sagt der Offensivspieler. Bislang stehen zwei griechische Meisterschaften mit Olympiakos und ein Cupsieg in Griechenland auf seiner Visitenkarte.

Noch nicht am Karrierehöhepunkt

Kasami hat am Rheinknie einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieben. Aber wird er diesen erfüllen? Oder doch wieder ins Ausland wechseln? Der Offensivspieler wehrt ab. «Ich habe in der Premier League gespielt und in der Serie A. In den letzten drei Jahren habe ich für den FC Sion 100 Spiele gemacht.» Das zeige ihm, dass er auf dem richtigen Weg sei, denn ohne die entsprechende Leistung in Sion wäre er nie beim FCB gelandet.

«Ich bin aber noch nicht auf meinem Höhepunkt. Vielleicht bald, aber ich kann mich noch weiterentwickeln. Ich liebe den Fussball und spiele so lange wie möglich.» Und er könne sich vorstellen, dies beim FCB auch über die Vertragsdauer von zwei Jahren hinaus zu tun.

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