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Duo Lüthi/Aegerter«Am Ende wollen wir beide Weltmeister werden»

Nach dem letzten Rennen reisen Tom Lüthi und Dominique Aegerter für erste Tests nach Jerez. Die Vorfreude auf die neue, gemeinsame Saison ist riesig.

von
Alexandra Stäuble

Muss man sich das in etwa so vorstellen: Sie haben sich im Sommer auf ein Bier getroffen und darüber geredet, wie es sein würde, 2015 für das gleiche Team zu fahren?

(Beide lachen laut) Lüthi: Sicher nicht! Das ist total professionell abgelaufen, über das Management. Gerade auch wegen den Sponsoren, die von meiner Seite mitziehen, war das ein grosser und wichtiger Deal und nicht nur so eine Idee.

Aber das gemeinsame Bier haben Sie mittlerweile nachgeholt?

Aegerter: Nein, ein längeres Treffen zwischen Tom und mir gab es bis jetzt noch nicht.

Nun gut, es bietet sich in Jerez eine Gelegenheit, wo Sie erste Tests absolvieren. Kribbelt es eigentlich schon, wenn Sie an die gemeinsame Zukunft denken?

Lüthi: Auf jeden Fall freue ich mich sehr. Für mich wird viel oder besser gesagt fast alles neu sein. Die Challenge wird sein, mich rasch einzuleben.

Aegerter: Im Gegensatz zu Tom bleibt für mich vieles gleich – bis auf den Töff natürlich. Aber auch bei mir ist die Vorfreude gross.

Tom Lüthi, Sie sind ein Stück älter und erfahrener als Dominique Aegerter. Kann man da ein Stück weit von einer Hierarchie sprechen, die es hinter den Kulissen geben wird?

Lüthi: Er zählt nun wirklich nicht mehr zu den Jungen! (lacht) Schlussendlich arbeiten wir eigenständig, haben unsere eigene Crew. Wir werden Daten austauschen, aber Domis Teamkollege wird vielmehr Robin Mulhauser sein, mit dem er sich weiter die Box teilen wird.

Hätten Sie sich vor einem Jahr vorstellen können, einmal für das gleiche Team zu fahren?

Aegerter: Man probiert ständig, das beste Team, die besten Leute zusammenzubringen. Und wenn man einen starken Teamkollegen hat, so wie das nächstes Jahr bei mir der Fall sein wird, ist das bestimmt sehr wertvoll. Ich hatte dies in der 125er-Klasse, in den letzten zwei, drei Jahren war dies nicht unbedingt der Fall. Und von daher bin ich froh, mit Tom die Daten auszutauschen und uns so gegenseitig zu pushen.

Lüthi: Das wird spannend und ich freue mich sehr darauf! Im Gegensatz zu Domi ist das für mich totales Neuland.

Wie wird dieser Datenaustausch aussehen?

Lüthi: Er wird wohl vor allem unter den Cheftechnikern stattfinden. Das ist in erster Linie auch das Wichtigste. Ich stelle mir vor, dass wir hinter den Kulissen die Daten offenlegen. Wie sich die Zusammenarbeit genau entwickeln wird, ist noch schwierig zu sagen. Es wird bestimmt, wie Domi schon gesagt hat, viele Vorteile für beide mit sich bringen.

Vorteile, die hoffentlich zu Siegen führen werden. Wie hat eigentlich die Konkurrenz auf das Duo Lüthi/Aegerter reagiert?

Lüthi: Die meisten waren ziemlich überrascht!

Gab es auch kritische Stimmen? Es gibt bestimmt neutrale Schweizer Töff-Fans, die sich nur ungern für einen von Ihnen entscheiden, es aber vielleicht nun tun werden.

Aegerter: Nein, das denke ich überhaupt nicht. Klar wird es weiter Fans von Tom oder mir geben, die sagen: Schlag ihn! Aber das ist gut, denn wir haben immer noch unsere eigenen Ziele.

Lüthi: Genau, schlussendlich will er Weltmeister werden und ich auch. Meiner Meinung nach wird sich da nichts ändern. Vielleicht können sich die Fans das noch nicht so vorstellen – wir aber auch noch nicht genau!

Zwei Weltmeistertitel werden aber nicht vergeben.

(Beide lachen) Lüthi: Für mich steht 2015 die Konstanz an erster Stelle. Wenn man stets um das Podest kämpfen kann, so wie es Rabat jetzt gemacht hat, dann ist alles gut.

Aegerter: Gleiches gilt für mich. Ich fuhr zwar 2014 nicht ganz so konstant wie zuvor, dafür habe ich vier Podestplätze und den ersten Sieg geholt. Wenn ich mich 2015 voll konzentrieren kann und das Glück auf meiner Seite ist, dann kann auch ich um das Podium mitfahren.

Abgesehen von den WM-Titeln, Siegen und Podestplätzen: Was wäre das Beste, was dem Duo Lüthi/Aegerter passieren könnte?

Lüthi: Das es so rauskommt, wie bei Kallio/Rabat.

Aegerter: Ja genau! (beide lachen)

Lüthi: Von diesem Team können wir uns eine dicke Scheibe abschneiden. Die Leistung, die dort Rennen für Rennen abgerufen wurde, war eindrücklich.

Auf Kalex. Auch Sie setzen 2015 auf dieses Chassis. Wäre der Wechsel auch dann erfolgt, wenn Sie nicht zusammen fahren würden?

Lüthi: Für mich war es in der Tat schon vorher ein Thema, ein Entscheid ist aber erst mit dem neuen Team gefallen.

Aegerter: Für uns stand es Mitte Saison fest. Es war ein ganz schwieriger Entscheid, denn wir hatten sehr gute Jahre mit Suter.

Werden Sie mit dem haargenau gleichen Material arbeiten?

Aegerter: Zu Beginn ja, danach werden wir weitersehen. Es kommt sicher auch etwas darauf an, wer in der Wertung weiter vorne ist.

Lüthi: Da wir neu bei Kalex sind, kriegen wir zu Beginn das Material der Saison 2014 zur Verfügung gestellt. Aber so schlecht ist das ja nicht! (lacht) Die bestehenden Teams können bereits die neuen Chassis kaufen. Worin der Unterschied bestehen wird, wissen wir nicht.

Die anderen Teams auch nicht?

Lüthi: Nein.

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