Udo Jürgens : «Am liebsten ass er Rührei mit Speck»
Aktualisiert

Udo Jürgens «Am liebsten ass er Rührei mit Speck»

Er ist einer der Letzten, der Udo Jürgens lebend gesehen hat: Pietro Di Stefano, Wirt des Restaurants Ochsen in Tägerwilen. Der Italiener kannte den Musiker persönlich.

von
Yves Schott und Annette Hirschberg

Sichtlich schockiert steht er in der Gaststube seines Betriebs. Pietro Di Stefano, Wirt des Restaurants Ochsen in Tägerwilen TG. Hierhin ist Udo Jürgens (†80) des Öfteren gekommen. «Am liebsten ass er Rührei mit Speck und Weissbrot», sagt der Italiener. Süsses habe der Österreicher hingegen weniger gemocht.

Auch um Hund Lucky, den Jürgens ab und zu mitnahm und der eigentlich seiner Freundin Michaela Moritz gehörte, hat sich Di Stefano gekümmert. «Ich habe für ihn ein Stück Kalbfleisch mit Butter gebraten und dann serviert.»

«Ich machte mir ein wenig Sorgen»

Di Stefano ist einer der Letzten, die Udo lebend gesehen haben. Einige Stunden vor seinem Tod sass der Entertainer am Sonntag noch im Ochsen. Gab es Anzeichen dafür, dass es dem «Merci, Chérie»-Sänger nicht gut ging? «Ich hatte das Gefühl, er sei ein bisschen bleich im Gesicht. Deswegen machte ich mir ein wenig Sorgen», so der Beizer.

Jürgens' Tod geht Di Stefano nahe. «Er wollte in nächster Zeit häufiger bei mir vorbeikommen», meint er traurig. Der Gastronom weiss, dass Jürgens gern etwas länger schlief und sich deshalb wünschte, am Mittag bei ihm frühstücken zu können. Für seinen prominenten Gast hätte Di Stefano gern eine Ausnahme gemacht und sogar ein Buffet aufgestellt – leider wird er nicht mehr dazu kommen, ihm diesen Wunsch zu erfüllen.

Udo Jürgens war stets gut gelaunt

Das Verhältnis der beiden ging weit über eine normale Kunden-Beziehung hinaus. Einmal sei Jürgens mit seinem Bentley vorgefahren. «Ich durfte sogar eine Runde damit fahren», erzählt Di Stefano stolz.

Auch sonst weiss der Ochsen-Gastronom nur Positives über Jürgens zu erzählen: «Wenn man mit ihm redete, lächelte er stets freundlich .» Ein Lächeln, das nun für immer verloren ist.

Rosmarie Obergfell, Gemeindeammann von Gottlieben, über Udo Jürgens' Tod:

Gottlieben erinnert sich an Udo Jürgens:

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