FOSSILE ENERGIE: Am Nordpol schlummert viel Öl und Gas
Aktualisiert

FOSSILE ENERGIEAm Nordpol schlummert viel Öl und Gas

Nach einer aktuellen Studie der «US Geological Society» verbergen sich in der Nordpol-Region rund 90 Milliarden Barrel (159 Liter) Erdöl und drei Mal so viel Erdgas.

Dieser Vorrat könnte die Weltnachfrage bei heutigem Konsumniveau über den Zeitraum von drei Jahren decken. Dies berichtet «BBC-Online». Umweltexperten und Ökologen warnen derweil vor einer Gefährdung der ohnehin fragilen Region, die bisher von industrieller Ausbeutung weitgehend verschont geblieben ist.

Konzerne und Staaten riechen ein gutes Geschäft

Der noch amtierende US-Präsident George W. Bush hat im Kongress bereits dazu gedrängt, das Moratorium der Ölbohrungen in den US-Gewässern aufzuheben, um die Vereinigten Staaten weniger abhängig von Ölimporten zu machen. Erdölkonzerne sehen durch das stark schmelzende Eis schon Chancen auf eine rasche Ausbeute dieser Vorräte.

Auch der Kreml hat sein Interesse an den Ressourcenvorräten kundgetan. Die russische Marine führte gestern Testflüge über dem Nordpol durch. Damit sollte offensichtlich Stärke bewiesen werden.

Abbau direkt am Pol zu teuer

Deutlich wird nach den jüngsten Untersuchungsergebnissen, dass die Erdöllagerstätten direkt am Nordpol sich nicht lohnen. «Unsere Resultate zeigen, dass die Geologie am Nordpol im Hinblick auf Öl nicht interessant ist»‚ so der Leiter des Geological-Society-Teams Don Gaultier.

Lukrativ in Küstennähe

Zum Argument, dass vor allem die reichen Öllagerstätten, die an den Küsten der Polarländer liegen, nur schwer auszubeuten sind, stellen Experten klar, dass dies in Anbetracht des hohen Rohölpreises kein Problem mehr darstellt. Über die ökonomischen Hintergründe und auch die Preisfrage wie viel die Bohrungen und die allfällige Ausbeutung kosten und ob es sich lohnt, will die «US Geological Society» im kommenden Jahr eine Studie erstellen.

Umweltschützer sorgen sich

Umweltschützer sind allerdings in Alarmbereitschaft, wenn es um die Ölbohrungen in den Polarregionen geht. Ein Bericht des «Arctic Monitoring and Assessment Programme» hat erst Anfang des Jahres vor den Folgen von Öllecks im Nordpolarmeer gewarnt. «Bei Unfällen in solchen extrem kalten Gewässern wird das Öl extrem langsam abgebaut»‚ meint auch Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms. «Die Folgen von Öllecks hinterlassen jahrzehntelange Spuren.» Das haben Fälle im südpolaren Meer deutlich gezeigt. Zudem sei die Beseitigung von Öl in den schwer zugänglichen Regionen sehr schwierig. (pte/scc/ahi)

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