Aktualisiert 07.12.2017 15:14

NaturschutzreservatAm Pilatus entsteht ein neues Naturparadies

Auf dem Pilatus gabs einen See – vor dem viele grosse Angst hatten, weil darin angeblich eine sagenumwobene Gestalt lag. Nun wird das Gebiet zum Naturwaldreservat.

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In diesem Gebiet auf dem Pilatus entsteht das Naturwaldreservat.

In diesem Gebiet auf dem Pilatus entsteht das Naturwaldreservat.

Geoinformation Luzern
So sah der See auf dem Pilatus einst aus.

So sah der See auf dem Pilatus einst aus.

Adrian von Moos

Beim ehemaligen Pilatussee, in dem der Sage nach die Leiche von Pontius Pilatus versenkt sein soll, entsteht ein neues Naturwaldreservat. Auf einer Fläche von 76 Fussballfeldern am Pilatus können sich künftig Flora und Fauna frei von menschlichen Einflüssen entwickeln.

Das neue Naturwaldreservat erstreckt sich über das Gebiet Oberalp-Bründle-Hörnli in den Gemeinden Schwarzenberg LU und Hergiswil NW, wie die Luzerner Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte. Der Kanton realisiert es in Zusammenarbeit mit dem Kanton Nidwalden und den Besitzern, der Korporation Alpnach und der EWL Wasser AG.

Wanderer sind willkommen

Das Gebiet bleibt weiterhin frei zugänglich. Da auf der Oberalp viele Kühe übersommern, müssen alle grösseren Wald- und Moorflächen jedoch mit Zäunen vor dem Weidevieh geschützt werden.

Das 54,3 Hektaren grosse Naturwaldreservat soll seltenen Pflanzen und Tieren wie beispielsweise dem Raufusshuhn Platz bieten. Auch national prioritäre Lebensräume wie der Torfmoos-Bergföhrenwald könnten so langfristig geschützt werden und natürliche Prozesse uneingeschränkt ablaufen, heisst es weiter.

Künftig wird in diesem Gebiet auf eine forstliche Nutzung verzichtet. In Ausnahmefällen könnten Massnahmen zur Förderung bestimmter Arten oder Lebensräume nötig sein. So wie beispielsweise in den Jahren 2014 und 2016, als das Hochmoor beim ehemaligen Pilatussee aufgewertet wurde.

Angst vor Pontius Pilatus im See

Der ehemalige Pilatussee liegt zwischen den Gipfeln des Pilatus und dem Mittaggüpfi. Der Sage nach soll die Leiche von Pontius Pilatus, dem römischen Statthalter, der Jesus zum Tod verurteilte, versenkt im Bergsee liegen.

Bis ins 16. Jahrhundert verbot der Luzerner Stadtrat der Bevölkerung das Betreten des Pilatus und den Zugang zum See. Man glaubte, dass es schwere Unwetter gebe, wenn die Leiche gestört würde.

Die Sage wurde später widerlegt. Der Luzerner Stadtrat beschloss Ende des 16. Jahrhunderts, den See durch Grabungen trockenzulegen. Das gelang allerdings nur teilweise. Aus dem ehemaligen See entstand über die Jahrhunderte ein Hochmoor.

(sda)

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