Unsichere Autofahrer: «Am Steuer habe ich Herzrasen»
Aktualisiert

Unsichere Autofahrer«Am Steuer habe ich Herzrasen»

Angstschweiss und böse Blicke: Ungeübte Autofahrer werden auf der Strasse zum Risiko. Betroffene erzählen, Fahrlehrer geben Tipps.

von
Sandro Büchler
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André Spörndli (62), Geschäftsführer Drive Z in Dübendorf: «Niemand hat ein Problem zu sagen, dass man nicht kochen kann. Dass man nicht Auto fahren kann, ist bei den meisten ein Riesenproblem. Daher mein Tipp: Verwandte, Freunde oder einen Fahrlehrer fragen, ob er Zeit hat, mit mir einige Fahrstunden zu absolvieren.»

André Spörndli (62), Geschäftsführer Drive Z in Dübendorf: «Niemand hat ein Problem zu sagen, dass man nicht kochen kann. Dass man nicht Auto fahren kann, ist bei den meisten ein Riesenproblem. Daher mein Tipp: Verwandte, Freunde oder einen Fahrlehrer fragen, ob er Zeit hat, mit mir einige Fahrstunden zu absolvieren.»

Roger Peng (49), Fahrlehrer aus Biel: «Wer sich im Strassenverkehr unsicher und unwohl fühlt, kann sich für einen Auffrischungs- oder Fahrtrainingskurs bei einem Fahrlehrer des Vertrauens melden. Doch die Hemmschwelle, zum Hörer zu greifen, ist für viele zu hoch. Man muss sich dafür aber nicht schämen. Im Berufsleben bilden wir uns ja auch ständig weiter.»

Roger Peng (49), Fahrlehrer aus Biel: «Wer sich im Strassenverkehr unsicher und unwohl fühlt, kann sich für einen Auffrischungs- oder Fahrtrainingskurs bei einem Fahrlehrer des Vertrauens melden. Doch die Hemmschwelle, zum Hörer zu greifen, ist für viele zu hoch. Man muss sich dafür aber nicht schämen. Im Berufsleben bilden wir uns ja auch ständig weiter.»

Enge Strassen und Stau schrecken Gelegenheitsfahrer ab.

Enge Strassen und Stau schrecken Gelegenheitsfahrer ab.

Keystone/Ennio Leanza

«Da ich kein eigenes Auto habe, fahre ich seit meiner bestandenen Fahrprüfung vor drei Jahren nur noch selten. Mir fehlt schlichtweg die Routine. Ich fahre teilweise sehr unsicher und habe manchmal richtig Herzrasen in brenzligen Situationen», erzählt Melanie S. aus Zürich. Die 23-Jährige spricht aus, was viele Städter niemals zugeben würden: Sie fühlt sich unsicher im Strassenverkehr.

André Spörndli, Geschäftsführer von Drive Z in Dübendorf, kennt das Problem: «Je städtischer, desto weniger Fahrpraxis.» Doch noch immer gehöre der Fahrausweis auch für viele urbane Menschen zur Allgemeinbildung – und das obwohl sie das Billett später gar nicht unbedingt brauchen. «Müssen sie dann doch mit dem Auto auf die Strasse, sind sie dementsprechend überfordert», sagt Spörndli. So wie Melanie S.: «Autofahren ist für mich Stress pur – und ich spüre jeweils die bösen Blicke der anderen Autofahrer.» Elisabeth pflichtet ihr bei: Die 30-Jährige sagt: «Mit 18 Jahren habe ich den Fahrausweis gemacht. Seither bin ich nie mehr mit einem Auto gefahren. Würde mich jemand hinter das Steuer setzen, wäre ich eine Gefahr für andere und mich selbst!»

«Nicht Auto fahren können, ist unpopulär»

Offen darüber zu sprechen, dass man sich im Strassenverkehr unwohl fühlt, sei unpopulär, meint Fahrlehrer André Spörndli. «Dabei hat niemand ein Problem zu sagen, dass er nicht kochen kann. Dass man nicht Auto fahren kann, ist bei den meisten ein Riesenproblem.» Man brauche sich nicht dafür zu schämen, fasst es der Bieler Fahrlehrer Roger Peng zusammen. «Im Berufsleben bilden wir uns ja auch ständig weiter».

Auch dem 30-jährigen Adrian Käser aus Bern ist der Spass am Autofahren vergangen: «Die Strassen sind vollgestopft, ständig wird gedrängelt. Obwohl ich den Fahrausweis seit 12 Jahren habe, brauche ich mein Auto nur noch, wenn ich in die Berge fahre.»

Fahrstunden mit Freunden oder einem Fahrlehrer

Wer sich im Strassenverkehr unsicher und unwohl fühle, könne sich für einen Auffrischungs- oder Fahrtrainingskurs bei einem Fahrlehrer des Vertrauens melden, sagt Peng. «Doch die Hemmschwelle, zum Hörer zu greifen, ist für viele zu hoch.» «Neben einem Fahrlehrer kann man auch Verwandte oder Freunde fragen, ob sie die Zeit haben, um einige Fahrstunden zu geben», sagt André Spörndli von Drive Z in Dübendorf.

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