Neapel: Am vierten Tag liegt der Abfall immer noch
Aktualisiert

NeapelAm vierten Tag liegt der Abfall immer noch

Vollmundig hatte Silvio Berlusconi am Donnerstag verkündet: «In drei Tagen gibt es keinen Müll mehr.» Die drei Tage sind um – in Neapel türmt sich der Abfall weiter.

Am Donnerstag kündigte der italienische Premierminister Silvio Berlusconi (links) das Ende der Müllkrise binnen drei Tagen an. Im Bild: Berlusconi besucht die Verbrennungsanlage in Acerra bei Neapel. Zivilschutz-Chef Guido Bertolaso gestikuliert.

Am Donnerstag kündigte der italienische Premierminister Silvio Berlusconi (links) das Ende der Müllkrise binnen drei Tagen an. Im Bild: Berlusconi besucht die Verbrennungsanlage in Acerra bei Neapel. Zivilschutz-Chef Guido Bertolaso gestikuliert.

Einem Versprechen von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi zum Trotz stapelt sich in den Strassen Neapels weiterhin der Müll. Rund 1700 Tonnen Unrat lagen auch am Sonntag vor allem im historischen Zentrum der italienischen Grossstadt auf den Strassen.

Dies berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. In 25 Fällen musste die Feuerwehr verhindern, dass angezündete Müllberge in Flammen aufgingen. Berlusconi hatte am Donnerstag versprochen, dass die Strassen Neapels «in drei Tagen» frei von Abfall seien.

In Terzigno in der Nähe von Neapel, wo neben einer bestehenden Abfalldeponie eine zweite eröffnet werden sollte, war es in der vergangenen Woche zu heftigen Protesten von Anwohnern gegen das Projekt gekommen. Aus Ärger über das Vorhaben blockierten sie auch die bereits bestehende Halde.

Sie fürchteten Gesundheitsgefahren und Umweltschäden durch die neue Deponie, die am Rande des Vesuv-Nationalparks entstehen und mit einer Kapazität von drei Millionen Tonnen die grösste Mülldeponie Europas werden sollte.

Berlusconi hatte am Freitag den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen einen Baustopp zugesagt. Die Bürgermeister sprachen sich nach Angaben des Ministerpräsidenten im Gegenzug für ein Ende der Proteste aus.

(sda)

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