Neue Kaltfront: Im Wallis herrscht grosse Lawinengefahr

Neue KaltfrontIm Wallis herrscht grosse Lawinengefahr

Mehrere Störungen bringen viel Niederschlag. Regen und Schmelzwasser lassen Flüsse ansteigen. Die Lawinengefahr ist in verschiedenen Regionen sehr gross. Alle News zum Wetter im Ticker.

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Der Greifensee ist stellenweise übers Ufer getreten. Einige Wegabschnitte wurden gesperrt. Es wurde laut Polizei die Gefahrenstufen 3 festgelegt.

Der Greifensee ist stellenweise übers Ufer getreten. Einige Wegabschnitte wurden gesperrt. Es wurde laut Polizei die Gefahrenstufen 3 festgelegt.

Polizei Uster
Die Polizei mahnt zur Vorsicht.

Die Polizei mahnt zur Vorsicht.

20 Minuten-Community
In Ollon im Kanton Waadt verschütteten riesige Erdmassen einen Parkplatz. Verletzt wurde niemand.

In Ollon im Kanton Waadt verschütteten riesige Erdmassen einen Parkplatz. Verletzt wurde niemand.

20min-Community

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Donnerstag, 04.02.2021

Grosse Lawinengefahr

In der Nacht auf Donnerstag herrscht gebietsweise grosse Lawinengefahr. Laut dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) ist vor allem das Wallis betroffen. Der Neu- und Triebschnee der letzten drei Tage bilde die Hauptgefahr. Das gelte für alle exponierten Stellen oberhalb von 2200 Metern. Es sei mit spontanen Lawinen zu rechnen. Auch ab dem Morgen herrsche noch erhebliche Lawinengefahr, schreibt das SLF in seinem Bulletin weiter. Es rät von Schneesport abseits der gesicherten Pisten ab.

Doch auch unterhalb von 2200 Metern müsse mit Lawinen gerechnet werden. Verkehrswege könnten gefährdet sein.

Die Lawinengefahr ist gemäss der SLF-Gefahrenkarte im Wallis gross, in der Inner- und Ostschweiz ist sie immerhin noch erheblich.

Neue Kaltfront

Eine Kaltfront erreichte am Mittwochnachmittag die Schweiz. Laut MeteoNews brachte diese kräftige Niederschläge und stürmischen Wind, der in den Bergen Orkanstärke erreichte. Auf dem Säntis wurden 147,2 Stundenkilometer gemessen.

Sonntag, 31.01.2021

Der Greifensee ist nach dem Dauerregen der letzten Tage über die Ufer getreten. Stellenweise mussten auf dem Stadtgebiet Uster Wegabschnitte gesperrt werden.

«Das Hochwasser am Greifensee hinterlässt Spuren», twitterte die Stadtpolizei Uster bereits vor einigen Stunden. Jetzt wurde für den Greifensee die Gefahrenstufe 3 von 5 festgelegt. (Erhebliche Gefahr). «Es ist weiterhin Vorsicht geboten», so die Polizei.

Strecke Brienz-Interlaken Ost unterbrochen

Der Bahnverkehr zwischen Brienz und Interlaken Ost ist unterbrochen, die Züge fallen aus. Die Bahnverkehrsinformation der SBB gibt einen Lawinenniedergang als Grund an. Es sind Ersatzbusse im Einsatz. Die Dauer der Einschränkung ist unbestimmt.

Prognosen

Der Sonntagmorgen startet mit ein paar Flocken im Osten bis auf 800 Meter. In der Nacht auf Montag wird es kalt.

Samstag, 30.01.2021

Erdrutsch bei Ollon VD

In der Nähe von Ollon VD ist es gegen 16 Uhr zu einem Erdrutsch bei der Colline de la Glaivaz gekommen. Das belegen zwei Bilder der 20-Minuten-Community.

«Ich war unterwegs zu meiner Mutter, da hörte ich einen lauten Knall», erzählte eine Leserin zu «20 Minutes».

Die Erdmassen donnerten auf den Parkplatz eines nahe gelegenen Dorfes.

Wie die Kantonspolizei Waadt in einer Medienmitteilung schreibt, kamen die Erdmassen 50 Meter vor den Häusern zum Stillstand. Verletzt wurde niemand. Die Zugangsstrasse ist seit Freitag für die Öffentlichkeit gesperrt ist.

A2 ist wieder offen

Nach der vorübergehenden Sperrung der A2 zwischen Beckenried und Flüelen/Altdorf, nach einem Lawinenniedergang wurde der Streckenabschnitt um 13 Uhr wieder freigegeben. Am frühen Samstagmorgen wurden kontrollierte Entlastungssprengungen durchgeführt, um die Gefahr von weiteren Lawinen zu bannen. «Sie haben den gewünschten Erfolg erzielt. Derzeit finden noch Schneeräumungen im betroffenen Bereich statt», schreibt die Kantonspolizei Uri in einer Mitteilung. Damit könne der Verkehr auf der Nord-Süd-Achse wieder ungehindert fliessen.

Lawinensprengung im Kanton Uri

m Kanton Uri finden im Bereich Fischlaui in Seedorf kontrollierte Lawinensprengungen statt. Nach den Lawinenniedergängen vom vergangenen Donnerstag hat sich die Situation entschärft. Teile der A2 mussten vorübergehend gesperrt werden.

Rekordverdächtige Schneemengen in den Alpen

Rekordverdächtige Schneemengen liegen mittlerweile gebietsweise in den Alpen, schreibt Meteonews. Auch am Freitag gab es teilweise wieder kräftige Schneefälle - und für Samstag wird nochmals Schnee erwartet.

Freitag, 29.01.2021

Drei Kollegen machen Stand-Up-Paddel auf Fussballplatz

Gute Miene zum bösen Wetter: Drei Kollegen aus Mézieres (FR) nahe Freiburg haben die Überschwemmungen in ihrer Stadt genutzt, um auf dem Fussballtrainingsplatz paddeln zu gehen. «Als wir sahen, was sich an diesem Freitagmorgen für eine Menge Wasser angesammelt hatte, sagten wir uns: ‹Was gibt es Schöneres, als dort zu paddeln!›»

Der viele Regen der letzten Tage hatte den Boden mit Wasser getränkt. Florian und seine Kollegen schätzen auf dem Fussballplatz von Mézieres eine Tiefe von mehr als 20 Zentimetern. Genug, um die Stand-Up-Paddel-Ausrüstung zu holen. Florian drehte gleich ein Video mit einer Drohne.

In 3 Tagen so viel Regen wie im ganzen Januar

Im Wallis hat es in den vergangenen Tagen so viel geregnet, wie normalerweise sonst im ganzen Januar: Über 100 mm Niederschlag sind in drei Tagen gefallen. Dies schreibt SRF Meteo.

Für das Wochenende werden im Wallis mancherorts 40 Zentimeter Neuschnee erwartet. Eine Kaltfront dämpfte die Lawinengefahr aber. Das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut nahm die teils verhängte höchste Lawinenwarnstufe 5 am Freitagmorgen zurück auf 4.

Einsätze im Kanton Bern

Im Kanton Bern stehen die Feuerwehren laufend im Einsatz. Das teilt die Kapo Bern via Twitter mit.

Bereits am Morgen hatte die Polizei vor Regen und Wind gewarnt. In den letzten 24h seien rund 90 Meldungen eingegangen; mehrheitlich wegen Wassereinbrüchen, aber auch zu umgestürzten Bäumen und Lawinenniedergängen. Div. Strassen im Oberland seien vorsorglich gesperrt worden.

Zahlreiche Feuerwehreinsätze im Thurgau

Von Mitternacht bis am späten Freitagnachmittag gingen bei der Notrufzentrale der Kantonspolizei Thurgau rund 40 Schadensmeldungen aus dem ganzen Kantonsgebiet ein. In den meisten Fällen mussten Feuerwehren wegen überfluteter Keller oder Strassen aufgeboten werden, wie die Kapo Thurgau mitteilte.

Wegen der hohen Pegel kontrollierten Feuerwehren die Umgebung von mehreren Gewässern und erstellten wenn nötig Absperrungen. Meldungen über verletzte Personen oder grössere Schäden sind keine eingegangen.

Wetter-Chaos geht weiter

Am Freitagnachmittag zieht ein Gewitter über Teile der Schweiz, Leserinnen und Leser aus Rorbas und Bülach Zürcher Unterland und dem thurgauischen Lommis melden heftige Hagelschauer. «Zum Glück war ich zuhause», sagt ein Leser aus Bülach. «Der Hagel hat etwa fünf Minuten angedauert, ich glaube bei mir ist nichts kaputtgegangen.»

A2 bleibt gesperrt

Im Verlauf des Freitagnachmittags ist im Kanton Uri mit erneuten Niederschlägen zu rechnen. Auch befinden sich im Gebiet oberhalb des Lawinenniedergangs Fischlaui immer noch grosse Schneemengen. Aus diesem Grund bleiben die Streckenabschnitte Autobahn A2 zwischen Flüelen und Beckenried sowie die Kantonsstrasse Seedorf – Isleten bis auf Weiteres gesperrt.

Kapo Wallis ordnet Evakuierung an

Wegen der starken Winde und der intensiven Regenfälle hat die Kantonspolizei Wallis die Evakuierung der Ortschaft L'a Neuvaz in La Fouly, den Weiler Les Granges und das Dorf Ferret angeordnet. Betroffen sind alle Gebäude im roten Bereich von Lawinengefahren auf der Karte. Die Evakuierung findet um 14 Uhr statt. Das Befahren der Langlaufloipe und das Begehen des Schneeschuhwanderwegs sind verboten, so die Kapo.

Am Freitagmorgen, kurz vor 6 Uhr Morgens war im Gebiet um das Dorf Lourtier (VS) eine Lawine niedergegangen. Ein Skilift wurde dabei unter der Schneemassen begraben, schreibt «20 Minutes». Zu dieser frühen Stunde war niemand vor Ort und es wurde niemand verletzt, wie die Polizei bestätigte.

Kapo Bern

Bei der Kantonspolizei Bern gingen in den letzten 24 Stunden rund 90 Unwetter-Meldungen ein, wie sie auf Twitter schreibt.

Hochwasser

In der Ostschweiz ist es in der Nacht auf Freitag zu heftigen Regenfällen gekommen. Besonders betroffen ist die Thurregion im Kanton Thurgau, wie die Behörden melden. Die Thur bei Andelfingen führt seit heute Morgen um 03.30 Uhr Hochwasser. Die Feuerwehr rät, von Flüssen fernzubleiben. Feuerwehrleute entlang der Sitter und der Thur würden vor allem darauf achten, dass sich niemand in Flussnähe begebe. Laut der St. Galler Kantonspolizei mussten Sandsäcke ausgelegt werden. Es müsse mit Überschwemmungen gerechnet werden, schreiben die Behörden. Die betroffenen Gebiete seien zu meiden und im besten Fall zu verlassen.

Thur tritt über die Ufer

Wegen des vielen Regens tritt bei Uesslingen TG der Fluss über die Ufer.

Strecke wieder frei

Die Zugstrecken zwischen Freiburg und Bern sind wieder befahrbar. «Ein Stein ist ins Netz gefallen und hatte einen Alarm ausgelöst», sagte Sabine Baumgartner, Mediensprecherin der SBB. Fachleute hätten die Situation vor Ort überprüft. Einzig die Strecke Düdingen - Bern ist zur Zeit noch unterbrochen.

Rhein in Basel gesperrt

Der Rhein hat in Basel in der Nacht auf Freitag die Hochwassermarke von 7,9 Meter überschritten und wurde für die Grossschifffahrt gesperrt, wie die Schweizerischen Rheinhäfen mitteilten. Von der Sperre betroffen ist die Strecke zwischen dem Basel-Rheinhalle und Birsfelden. Auch die Fähren mussten ihren Betrieb einstellen.

Strassenschächte

Die Feuerwehren schlagen Alarm: Verdecke der Schnee die Abwasserschächte, so drohen Überschwemmungen und voll gelaufene Keller. Das schreibt die Feuerwehr Wetzikon-Seegräben auf Twitter. Sie ruft dazu auf, die Schächte vom Schnee zu befreien, damit das Wasser ablaufen kann.

Auch die Gemeinde Fischenthal warnt private Liegenschaftsbesitzer vor verstopften Dollen: «Überschwemmungen bei verstopften Abflusssystemen können rasch zu Schäden führen», heisst es im Newsletter der Gemeinde.

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