USA: Am wenigsten Abtreibungen seit 1973
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USAAm wenigsten Abtreibungen seit 1973

In den USA wird weniger abgetrieben. Der Grund sei die allgemeine Abnahme von Schwangerschaften und Geburten, sagt eine Studie.

von
pwe

Die Zahl der Abtreibungen in den USA ist laut einer Studie auf den niedrigsten Stand seit der Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen im Jahr 1973 gefallen. Das geht aus einer Erhebung des Guttmacher Instituts hervor, das landesweit die Anbieter von Abtreibungen befragt hat. Demnach sank die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche zwischen 2008 und 2011 um 13 Prozent oder in absoluten Zahlen von 1,2 Millionen auf 1,06 Millionen.

Im Jahr 2011 hatten demnach von 1000 Frauen zwischen 15 und 44 Jahren 16,9 abgetrieben. Die höchste Zahl stammt aus dem Jahr 1981 mit 29,3 Schwangerschaftsabbrüchen.

Die Verschärfung einiger Abtreibungsregelungen durch konservative Politiker ist laut den Autoren der Studie nicht für die Entwicklung ausschlaggebend gewesen. Vielmehr sehen sie den Grund in der allgemeinen Abnahme von Schwangerschaften und Geburten. Viele Frauen und Paare zögerten Schwangerschaft und Geburt immer weiter hinaus und könnten dabei auf immer bessere Verhütungsmethoden zurückgreifen.

Armut als Risiko für eine ungewollte Schwangerschaft

In der Zeit seit 1981 hat die Zahl der ungewollten Schwangerschaften unter den armen Frauen deutlich zugenommen. Seit 2001 tut sich auch hier eine Schere zwischen arm und reich auf: Während Frauen im Durchschnitt weniger häufig ungewollt schwanger werden, hat sich die Situation zwischen dem ärmsten und dem vermögendsten Teil deutlich verschärft. Das Risiko für eine arme Frau in den USA ungewollt schwanger zu werden ist fünf Mal grösser als bei einer vermögenden.

Der Bericht erschien seit 1973 zum 16. Mal. Damals wurde Abtreibung in den USA landesweit legalisiert. Auf Kritik stösst die Art der Erhebung: Mit der freiwilligen Selbstauskunft von Ärzten und Abtreibungskliniken würden nicht alle Abtreibungen erfasst, heisst es. Die Autoren der Studie räumen diese Schwäche ein. Trotzdem gilt der Bericht sowohl bei Abtreibungsgegnern wie auch bei Befürwortern als wesentlich aktueller und umfassender als die von der Gesundheitsbehörde CDC veröffentlichten Zahlen. (pwe/sda)

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