Lawinen in den Bergen: «Am Wochenende ist die grosse Gefahr gebannt»
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Lawinen in den Bergen«Am Wochenende ist die grosse Gefahr gebannt»

Lawinenwarner Thomas Stucki erklärt, warum die Gefahr momentan so gross ist und was Wintersportler beachten müssen.

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Leser-Reporter Kim Muhmenthaler filmte am Freitag diese Lawinensprengung in Saas-Fee. (Video: Leser-Reporter 20 Minuten)

Herr Stucki*, wieso ist die Gefahr momentan so hoch?

Das liegt vor allem daran, dass in den letzten Tagen viel Schnee gefallen ist. Im Oberwallis, wo die Gefahr am grössten ist, waren es bis zwei Meter Neuschnee in drei Tagen – und letzte Woche schneite es auch schon viel. Zudem hat der Wind viel Schnee verfrachtet. Bei diesen Massen an Neu- und Triebschnee und einem ungünstigen Schneedeckenaufbau können sehr grosse Lawinen entstehen.

Wer entscheidet, ob Strassen gesperrt werden oder die Bahnen fahren dürfen oder nicht?

Dafür gibt es Lawinenkommissionen, die von den Gemeinden oder Bahnen organisiert werden. Sie schätzen die Lawinengefahr laufend ein und können Massnahmen anordnen, um die einheimische Bevölkerung und die Touristen zu schützen, also etwa das Sperren von Strassen, das Einstellen von Bahnstrecken oder die Evakuation von Gebäuden.

Nützen Sprengungen etwas?

Ja, die künstliche Lawinenauslösung wird regelmässig angewendet – in Skigebieten oder zur Sicherung von Strassen. Es gibt fixe Sprenganlagen, die witterungsunabhängig von der Ferne aus bedient werden können. Häufig werden Helikopter eingesetzt, die Sprengladungen abwerfen. Helikopter können aber nur eingesetzt werden, wenn die Wetterverhältnisse es zulassen.

Was raten Sie Leuten, die in die Skiferien fahren?

Wer erst am Wochenende reist, hat Glück: Bis dann sollte die grosse Gefahr gebannt sein. Wer jetzt schon in den Bergen ist, sollte sich an die Weisungen und Massnahmen der Behörden halten und nicht in Sperrzonen gehen, dort besteht Lebensgefahr.

*Thomas Stucki ist Lawinenwarner beim WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung

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