Freiluft-Fieber: Am Wochenende stellt Basel auf Sommerzeit um
Aktualisiert

Freiluft-FieberAm Wochenende stellt Basel auf Sommerzeit um

Imagine-Festival, Dachterrassen-Eröffnung im Hinterhof und der erste Quartierflohmarkt im Matthäus – am Wochenende gibt es in Basel keinen Grund mehr, drinnen zu bleiben.

von
lha
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Rock gegen Rassismus: Das Imagine Festival geht am Freitag und Samstag zum 15. Mal auf dem Barfüsserplatz über die Bühne. 35'000 Besucher werden erwartet, 18 internationale und Schweizer Acts spielen bei freiem Eintritt.

Rock gegen Rassismus: Das Imagine Festival geht am Freitag und Samstag zum 15. Mal auf dem Barfüsserplatz über die Bühne. 35'000 Besucher werden erwartet, 18 internationale und Schweizer Acts spielen bei freiem Eintritt.

Jonas Weber
Am Festival wirken auch rund 45 unbegleitete, minderjährige Asylsuchende mit. Die UMA sprechen auf den Bühnen über ihre Erfahrungen als Flüchtlinge in der Schweiz und machen selbst Radio, das sie mit den Festivalbesuchern in Kontakt bringen wird.

Am Festival wirken auch rund 45 unbegleitete, minderjährige Asylsuchende mit. Die UMA sprechen auf den Bühnen über ihre Erfahrungen als Flüchtlinge in der Schweiz und machen selbst Radio, das sie mit den Festivalbesuchern in Kontakt bringen wird.

zvg
Zum dolce far niente lädt die Hinterhof-Dachterrasse, die am Freitag wiedereröffnet. Letztes Jahr «für immer» geschlossen, bleibt sie den Basler nun doch noch fünf Sommer lang erhalten.

Zum dolce far niente lädt die Hinterhof-Dachterrasse, die am Freitag wiedereröffnet. Letztes Jahr «für immer» geschlossen, bleibt sie den Basler nun doch noch fünf Sommer lang erhalten.

Michael Hochreutener

Das 15. Imagine Festival auf dem Barfüsserplatz wird am Wochenende rund 35'000 Zuschauer anlocken. 18 Bands, darunter aufstrebende Acts wie Lola Marsh aus Israel, Portico aus England oder die Schweizerin Evelinn Trouble sind gratis zu sehen. Das Festival ist aber mehr als eine kostenlose Freiluft-Party in der Stadt.

Imagine, nicht zufällig gleichen Namens wie der Song von John Lennon, ist ein Festival gegen Rassismus. «Es ist immer eine Herausforderung, dass diese Botschaft die Leute erreicht», sagt Festivalpräsident Philipp Steck. Dafür sorgen dieses Jahr rund 45 unbegleitete, minderjährige Asylsuchende, sogenannte UMAs, die am Programm mitwirken. «Am Samstag erzählen sie an einem Speak Out auf den Festivalbühnen von ihren Erlebnissen und Wünschen», so Steck. «Sie sind begeistert und wollen helfen und mitmachen. Sie machen sogar ihre eigene Radiosendung», erzählt er. Dafür werden die UMAs auf der Gasse unterwegs sein und Stimmen von Besuchern einfangen. «So werden echte Begegnungen geschaffen.»

Sonne und Kalorien tanken auf der Dachterasse

Unbeschwert dem Sommer gefrönt wird ab Freitag auch auf der frisch renovierten Hinterhof-Dachterasse. Basels beliebteste Freiluft-Oase wurde eigentlich schon letzten Herbst zu Grabe getragen. Dank der Verlängerung der Zwischennutzung um fünf Jahre kommt es nun zu einem Relaunch. Nicht nur der Anstrich ist frisch, auch das Angebot wurde erneuert: Kein argentischer Grill mehr, dafür arrivierte Gaumenfreuden aus der hauseigenen Küche, die zusammen mit Stucki-Koch Thierry Boillat entwickelt wurden.

Zum Eröffnungswochenende drehen auch die Plattenteller. Dieses Jahr sollen wieder regelmässig Konzerte und anderweitige Kulturveranstaltungen wie Poetry Slams stattfinden.

Auf Schatzsuche im Matthäus

Am Samstag ist auch das Kleinbasler Matthäusquartier einen Abstecher wert. Dort findet der erste Basler Quartierflohmarkt statt. Andrea Otto, Präsidentin des Vereins Stadtprojekt, rechnet mit rund 300 Teilnehmern. Auch der Catwalk in Public Space, wo Kleinbasler Designer und Shops ihre Stücke auf dem Trottoir inszenieren, feiert dort nach einem Jahr Pause Comeback. Andrea Otto hat das Konzept in München entdeckt und aus Begeisterung nach Basel importiert. Das Matthäus eigne sich dafür. «Es gibt hier ganz viele Hinterhöfe. So ein Event ist spannend und ermöglicht einen neuen Blick ins Quartier.»

Der Quartierflohmi wird aber nicht im Matthäus bleiben. «Er soll auch wandern», erklärt Otto. Schon im September findet einer nach identischem Konzept im Wettsteinquartier statt.

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