Zeitumstellung : Am Wochenende wird uns eine Stunde Schlaf geklaut
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Zeitumstellung Am Wochenende wird uns eine Stunde Schlaf geklaut

Am Sonntag startet die Sommerzeit, die Uhren werden vorgestellt. Viele stören sich daran, doch abgeschafft wird sie wohl so schnell nicht.

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Diese Bahnhofsuhr springt bald um eine Stunde nach vorn. Die Sommerzeit beginnt in der Nacht von nächstem Samstag auf Sonntag. 

Diese Bahnhofsuhr springt bald um eine Stunde nach vorn. Die Sommerzeit beginnt in der Nacht von nächstem Samstag auf Sonntag.

20min/Simon Glauser
Wirklich glücklich mit der Sommerzeit ist wohl niemand, sie wird jährlich diskutiert. Für eine Lösung müssten alle Länder der EU einer Meinung sein. 

Wirklich glücklich mit der Sommerzeit ist wohl niemand, sie wird jährlich diskutiert. Für eine Lösung müssten alle Länder der EU einer Meinung sein.

Fabian Strauch/dpa

Darum gehts

  • In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt.

  • Die Abschaffung der Zeitumstellung wird kontrovers diskutiert, eine Änderung scheint nicht in Sicht.

  • Technisch ist die Umstellung von Sonntag überhaupt kein Problem.

Am Wochenende wiederholt sich ein ungeliebtes Ritual: Am Sonntag um 2 Uhr springt die Zeit auf Funkuhren und anderen elektronischen Zeitmessern eine Stunde nach vorne auf 3 Uhr – und damit von der Normal- auf die Sommerzeit. Diese dauert dieses Jahr bis am Sonntag 31. Oktober. Wer die Zeit an seiner Uhr noch per Hand einstellt, muss den Stundenzeiger eine Runde nach vorn drehen.

Es müsste die ganze EU mitmachen

Wirklich glücklich über diese Zeitumstellung scheint niemand zu sein, sie wird jährlich auf allen Ebenen diskutiert. Stolperstein Nummer eins für eine Abschaffung in der Schweiz sind wohl unsere Nachbarländer. Denn: Vor allem soll ein Flickenteppich innerhalb der EU mit mehr Zeitzonen vermieden werden. Die erforderliche Abstimmung unter den Mitgliedsstaaten lässt aber weiter auf sich warten. Im Lauf der Debatten kristallisierte sich heraus, dass manche EU-Staaten wie Portugal grundsätzlich gegen das Ende der Zeitumstellung sind. Und Portugal übernimmt als nächstes den Ratsvorsitz – unwahrscheinlich also, dass der Streit dann gelöst wird. Ohne Einigung wird aber das ganze Vorhaben scheitern.

Technisch eigentlich kein Problem

Für die präzise Zeitmessung – ganz nach Schweizerischer Manier – ist das Eidgenössische Institut für Metrologie (Metas) zuständig. Es beherbergt in seinen Labors mehrere Atomuhren. Über Sender werden die Signale übertragen, durch die sich die Funkuhren automatisch an die Zeitumstellung anpassen. Diese tragen übrigens damit dazu bei, dass eine koordinierte Weltzeit aufrechterhalten werden kann. Und wer auf seinem Computer die Zeit auf Millisekunden genau einstellen will, kann dies mit Hilfe eines öffentlich zugänglichen Stratum-1-NTP-Servers der Metas tun.

Im Zusammenhang mit der Zeitumstellung ist oft davon die Rede, dass mit Beginn der Sommerzeit die Winterzeit endet. Genau genommen gibt es diese nicht, zumindest nicht wörtlich. Die Winterzeit ist die Normalzeit. Diese ist in der Schweiz seit gut 125 Jahren die mitteleuropäische Zeit.

Die Schweiz stellt ihre Uhren seit 1981 zweimal jährlich um.

(AFP/pco)

Deine Meinung

84 Kommentare
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Giovani Lüstler

25.03.2021, 14:40

Ich freue mich uf Sunne und Röck

Efr

25.03.2021, 14:29

Nix geklaut, höchstens ausgeliehen. Wenn schon "geklaut", dann sollte der Titel des Artikels im Herbst heissen "Eine Stunde zurück gegeben"!

Grashüpferl

25.03.2021, 13:20

Da wir auf bessere Zeiten warten was spielt das für eine Rolle. Sommerzeit liegt mir eh am besten und ausserdem wollte EU die Zeitumstellung nicht abschaffen? ⏰