24.08.2014 06:18

Höhere Sterberate

Am Zahltag lauert der Tod

Fiebern Sie dem Tag entgegen, an dem Sie Ihren nächsten Monatslohn erhalten? Dann aufgepasst: Am Zahltag steigt die Todesrate an. Verlassen Sie das Haus also besser nicht.

von
Laura Frommberg
Der Zusammenhang zwischen Gehaltszahlung und Tod ist laut der Studie erwiesen.

Der Zusammenhang zwischen Gehaltszahlung und Tod ist laut der Studie erwiesen.

Bald ist es wieder so weit: Auf den Konten der Mehrheit der Schweizer Berufstätigen landet gegen Monatsende der Lohn. Wer schon jetzt plant, an diesem Tag den Eingang des Gehalts ordentlich zu zelebrieren, sollte sich das noch einmal überlegen. Denn wie Forscher des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) herausgefunden haben, steigt am Zahltag die Sterberate der Lohnempfänger.

Die Studie der schwedischen Forscher Elvira Andersson, Petter Lundborg und Johan Vikström hat die Sterberaten der schwedischen Staatsangestellten in den Jahren 1995 bis 2000 unter die Lupe genommen. Die Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes machen 22 Prozent der gesamten Erwerbsbevölkerung des Landes aus. Das Ergebnis der Studie: Am Zahltag schoss die Sterblichkeitsrate unter den Staatsbediensteten um 23 Prozent in die Höhe. Noch schlimmer traf es die Jungen: Bei ihnen stieg die Rate um 164 Prozent.

Vor allem junge Menschen leben gefährlich

Einen Datumseffekt gibt es nicht, weil die Gehaltszahlungen über den Monat verteilt an verschiedenen Tagen eintreffen. Die Erklärung ist dennoch einleuchtend. Die Arbeitnehmer werden nach dem Empfang ihres Lohns «ökonomisch aktiver». Das heisst, sie gehen shoppen, geben Geld in Restaurants oder Bars aus und unternehmen Ausflüge. Und das alles ist grundsätzlich schon einmal gefährlicher als die Zeit, die man zu Hause verbringt.

Hauptsächlich vom Zahltagstod betroffen waren denn auch Angestellte mit einem geringen Gehalt, die eher unter Engpässen leiden und daher von der Lohnzahlung besonders profitieren. Besonders kreislaufbedingte Tode, Herzinfarkte und Schlaganfälle häuften sich am Zahltag gegenüber den normalen Tagen.

Kein statistischer Effekt

Die Forscher waren genau: Für den Fall, dass jemand ihre These anzweifelt, haben sie auch die restlichen Tage des Monats untersucht, um herauszufinden, ob an diesen unterdurchschnittlich viele Todesfälle unter den Angestellten vorkamen. Doch das war nicht der Fall. Also fühlen sich die Autoren in ihrem Schluss bestätigt: Die Gehaltszahlung fördert ein vorzeitiges Ableben.

Fehler gefunden?Jetzt melden.