Ambitionierte Klimaziele - Amag zahlt Mitarbeitenden 1500 Franken an E-Auto-Ladestation
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Ambitionierte KlimazieleAmag zahlt Mitarbeitenden 1500 Franken an E-Auto-Ladestation

Als erster Schweizer Auto-Konzern verpflichtet sich die Amag, bis 2025 klimaneutral zu arbeiten. Der neue Chef, Helmut Ruhl, will sogar den Strom selber produzieren – und zahlt den Mitarbeitenden bis zu 1500 Franken an die private Ladestation fürs E-Auto.

von
Lukas Rüttimann
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Die Amag hat sich ambitionierte Klima-Ziele gesteckt. 

Foto: 20min/Matthias Spicher

Die Amag hat sich ambitionierte Klima-Ziele gesteckt.

Foto: 20min/Matthias Spicher

20min/Matthias Spicher
Diese präsentierte der neue Amag-CEO Helmut Ruhl am Donnerstag in Zürich. 

Diese präsentierte der neue Amag-CEO Helmut Ruhl am Donnerstag in Zürich.

Als erstes Automobilunternehmen der Schweiz verpflichtet sich die Amag, bis 2025 als Unternehmen klimaneutral zu arbeiten.

Foto: 20min/Matthias Spicher

Als erstes Automobilunternehmen der Schweiz verpflichtet sich die Amag, bis 2025 als Unternehmen klimaneutral zu arbeiten.

Foto: 20min/Matthias Spicher

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Der neue Amag-Chef Helmut Ruhl positioniert sich als Nachhaltigkeits-Turbo.

  • Das Unternehmen soll bald klimaneutral sein.

  • Im Zentrum steht die E-Mobilität.

  • Der Ausbau von Solaranlagen will Amag forcieren.

Seit dem 1. März ist Helmut Ruhl im Amt. Heute trat der neue CEO der Amag-Gruppe erstmals vor die Presse. Im Mobility Hub «The Square» der Flughafen-Shoppingmeile The Circle zeigte sich der gebürtige Deutsche erfreut, dass er seine Gäste «persönlich und nicht nur digital» begrüssen könne.

Zu Beginn blickte der vormalige Finanzchef der Gruppe auf schwierige 18 Monate zurück. Aufgrund der Pandemie, aber auch wegen Folgeeffekten wie dem globalen Chipmangel. Dieser drücke die Absatzzahlen um rund zehn Prozent. «Wie bei allen in der Branche», wie Ruhl anfügte. Eine Besserung erwartet er erst per Ende 2021. Generell erhole sich der Markt nach 2020 aber erfreulicherweise wieder.

Ambitionierte Klimaziele

Dann geht der Blick in die Zukunft. Bei seiner Premiere präsentierte sich der neue CEO als Nachhaltigkeits-Turbo und kündigte ambitionierte Ziele an. Konkret: Als erstes Automobilunternehmen der Schweiz verpflichtet sich die Amag bis 2025 als Unternehmen klimaneutral zu arbeiten.

Zudem wird man sich gemäss Science Based Targets verpflichten, die Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren, um die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Bis 2040 will man einen klimaneutralen Fussabdruck gemäss Net Zero über alle Wertschöpfungsstufen haben. «Nachhaltigkeit ist kein Trend», so Ruhl. «Sie ist eine fundamentale Entwicklung».

1500 Franken an die private Ladestation

Im Zentrum steht für die Gruppe der Fokus auf die E-Mobilität. Neu gibt es etwa für Mitarbeitende spezielle E-Angebote samt Beteiligung an den Kosten für die Heimladeinfrastruktur von bis zu 1500 Franken. «Mitarbeitende sollen zu E-Botschaftern werden», so Ruhl. Auch Dienst- und Einsatzwagen werden elektrifiziert.

Zudem hat die Gruppe für Flottenkunden einen sogenannten TCO-Rechner entwickelt, der einen Überblick über die effektiven Kosten der E-Mobilität gibt. Auch ressourcenschonende Mobilitätsangebote bei Clyde und Ubeeqo sollen helfen, den CO2-Ausstoss zu reduzieren. Und mit einer neuen Community-Plattform beantwortet die Amag Fragen rund um die E-Mobilität und räumt mit Vorurteilen auf.

Finanzen, Forschung, Immobilien

Mit E-Autos allein wird man die ambitionierten Ziele aber nicht erreichen. Deshalb will die Amag ihren Strom künftig stärker selbst erzeugen und plant, den Ausbau von Solaranlagen an eigenen Standorten zu forcieren. Neue Lackieranlagen sollen dank Wärmerückgewinnung und intelligenter Steuerung mit rund 50 Prozent weniger Energie auskommen. Bei Neubauten sollen Nachhaltigkeitskriterien per Scorecard berücksichtigt werden.

Zudem hat die Amag-Pensionskasse ihre Anlagestrategie geändert und setzt zünftig auf einen nachhaltigen Assetmanagement-Ansatz bei Anlagen. Und nicht zuletzt beteiligt sich das Unternehmen an Projekten zur Reduktion von CO2-Emissionen und zur Entwicklung von synthetischen Treibstoffen (u. a. mit der ETH und EMPA).

Zugänglich – und überzeugt

Bei seiner rund 30-minütigen Präsentation machte Ruhl einen überzeugten Eindruck und zeigte sich zugänglich. «Ich selbst fahre seit 2,5 Jahren elektrisch und finde es grossartig», so der Ex-Daimler-Mann. Er habe als E-Autofahrer die gleichen Fehler gemacht wie andere. So sei er etwa ohne App an der Ladestation aufgetaucht.

Dennoch ist der neue CEO von seiner Mission überzeugt: «Die Automobilindustrie ist im Wandel, und wir sollten die Transformation pragmatisch angehen. Wir von der Amag-Gruppe werden alles tun, um sie anzuschieben.»

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