Aktualisiert 14.09.2016 08:31

VW-Abgas-Skandal

Amag hat erst 10 Prozent der Autos umgerüstet

Ein Jahr nach Veröffentlichung ist der VW-Abgas-Skandal bei weitem nicht gelöst. Auch der Schweizer Volkswagen-Importeur Amag hinkt weit hinter seinen eigenen Zielen her.

von
mch
Kann das Versprechen, alle betroffenen Fahrzeuge bis Ende Jahr umzustellen, wohl nicht einhalten: Die Amag-Niederlassung in Lupfig AG. (Symbolbild)

Kann das Versprechen, alle betroffenen Fahrzeuge bis Ende Jahr umzustellen, wohl nicht einhalten: Die Amag-Niederlassung in Lupfig AG. (Symbolbild)

Keystone/Walter Bieri

Ein Jahr nach dem VW-Abgas-Skandal stockt anscheinend die Umrüstung der betroffenen Dieselfahrzeuge. Obwohl der Schweizer VW-Generalimporteur Amag bis Ende Jahr eine Lösung für alle fehlerhaften Autos finden wollte, wurden gemäss dem «Blick» bis anhin bloss 16'000 der 175'000 manipulierten Dieselfahrzeuge umgerüstet.

Der Grund für die Verzögerung liege dabei teilweise in Deutschland, wie der Pressesprecher von Amag, Dino Graf, dem «Blick» erklärt: «Es gibt Modelle, für die zurzeit noch keine Software bereitsteht.» Ein Professor für Automobilforschung fügt hinzu, dass auch die deutsche Politik auf die Bremse stehe, weil die Regierung zuerst alle Lösungen prüfen wolle. Und so kommt es, dass die letzten Fahrzeuge in der Schweiz erst im neuen Jahr in die Garagen kommen, wie der Amag-Sprecher nun bestätigt.

Umgang mit den Kunden wird kritisiert

Anders sieht das die Geschäftsführerin der Stiftung Konsumentenschutz, Sara Stalder: «Man wusste von Anfang an, dass dieses Ziel nicht realistisch war», sagt sie zur Zeitung. Zusätzlich beanstandet sie, dass Kunden teils abgewimmelt werden, wenn sie nachfragen, wann sie an die Reihe kommen.

Amag-Sprecher Graf lässt das nicht gelten: Die Kunden würden informiert, wann für ihr Auto ein Update bereitstehe, und könnten den Zeitpunkt der Umrüstung selbst wählen. Amag stehe in der Pflicht, alle manipulierten Dieselfahrzeuge umzustellen. «Das ist eine Anordnung von Volkswagen.»

Stickoxid-Ausstoss teils bis zu 40-mal höher als erlaubt

Vor einem Jahr hat Volkswagen auf Druck von US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Diesel-Fahrzeuge unterschiedlicher Marken des Konzerns eine illegale Software installiert zu haben, die dafür sorgte, dass die Emissionswerte während Tests deutlich geringer waren als im Verkehr. Die Umweltbehörde EPA fand zum Beispiel heraus, dass der Stickoxid-Ausstoss bei einer halben Million Fahrzeuge mit Zwei-Liter-Dieselmotoren bis zu 40-mal höher lag als erlaubt. (mch/afp)

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