Aktualisiert 30.04.2016 17:20

Politwerbung

Amag setzt Angestellte für Milchkuhinitiative-Ja ein

Der Automobilhändler Amag fordert seine Mitarbeiter dazu auf, in der E-Mail-Signatur ein Banner «Ja für eine faire Verkehrsfinanzierung» anzufügen.

von
bee
Voller Einsatz für die «Milchkuh»-Initiative: Der Autohänder Amag in Lupfig (AG) am Donnerstag. (Archivbild: Keystone)

Voller Einsatz für die «Milchkuh»-Initiative: Der Autohänder Amag in Lupfig (AG) am Donnerstag. (Archivbild: Keystone)

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Am 5. Juni kommt die sogenannte «Milchkuh»-Initiative vors Volk. Abgestimmt wird darüber, ob die Mineralölsteuer in Zukunft vollständig in den Strassenverkehr fliessen soll. Gegner befürchten, dass diese neue Verkehrsfinanzierung ein Milliardenloch in die Bundeskasse reissen würde. 1,5 Milliarden Franken würden gemäss den Gegnern jährlich fehlen – dies auf Kosten der Bildung, Landwirtschaft, Sicherheit und dem öffentlichen Verkehr.

Zum Initiativkomitee der «Milchkuh»-Vorlage gehört auch Martin Haefner, Verwaltungsratspräsident des Autohändlers Amag. Sein Unternehmen ist zudem Mitglied der Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure, das die Initiative lancierte. Wie die NZZ schreibt, hat Amag einen Brief mit einer unmissverständlichen Botschaft an das Kader geschickt. Per 22. April werde die IT-Abteilung alle Signaturen von Mitarbeitern anpassen, die eine standardisierte E-Mail-Signatur verwenden. Neu werde neben den bisherigen Angaben wie Logo der Firma, Name und Funktion des Mitarbeiters sowie Kontaktdaten zusätzlich ein farbiges Banner mit der Aufschrift «Ja für eine faire Verkehrsfinanzierung» eingeblendet.

Amag spricht von Missverständnis

Das Kader sei zudem angewiesen worden, auch die Mitarbeiter entsprechend aufzufordern, ihre Signaturen anzupassen. Diese reagieren teilweise irritiert auf die Anweisung. «Ich bin ein entschiedener Gegner dieser Initiative. Ich will doch dafür keine Werbung machen», enerviert sich ein Mitarbeiter in dem Bericht. «Jeder sollte selber entscheiden können, ob er diese Abstimmung unterstützen will oder nicht», schreibt ein anderer im Intranet des Unternehmens. Ein Kadermitglied zeigt sich «irritiert». Einzelne Mitarbeiter haben demnach ihre E-Mail-Signatur nicht angepasst, andere taten es gegen ihren Willen, um Konflikte mit dem Vorgesetzten zu vermeiden.

Dino Graf, Sprecher des Unternehmens, spricht von einem Missverständnis. Die Formulierung, dass die Mitarbeiter die Signatur ändern «müssen», entspreche nicht der gängigen Art, mit Mitarbeitern zu kommunizieren. «Wir bitten sie normalerweise um etwas», sagt Graf der NZZ. Man wolle und werde deshalb keinem Mitarbeiter die Massnahme aufzwingen.

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