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Nach UrteilAmanda Knox unter «dauerhafter Beobachtung»

Amanda Knox ist seit Bekanntgabe des Urteils psychisch am Ende. Eine spezielle Wache beobachtet sie nun rund um die Uhr. Inzwischen erhält sie aber Unterstützung von ganz oben.

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Der «Engel mit Eisaugen» muss ins Gefängnis: Die US-Studentin Amanda Knox ist in der Nacht zum Samstag von einem Gericht im italienischen Perugia wegen Mordes und sexueller Nötigung ihrer britischen Mitbewohnerin Meredith Kercher zu 26 Jahre Haft verurteilt worden. Ihre erste Nacht mit der Gewissheit, dass sie erst im Alter von 48 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, verbrachte sie weinend in ihrer Zelle.

«Amanda ist müde und enttäuscht», erklärte ihr Anwalt Luciano Ghirga gegenüber «New York Post». Um einen Selbstmordversuch zu vermeiden, habe die Gefängnisdirektion in Perugia eine spezielle Wache angestellt. «Man vermutet, dass sie sich verletzen könnte», so Ghirga weiter. Seine Mandantin stehe unter dauerhafter Beobachtung, ebenso wie ihr ehemaliger Freund, Raffaele Sollecito.

Medien sind entsetzt

Inzwischen hat ihr Vater, Curt Knox, schwere Vorwürfe gegen die italienische Justiz erhoben. «Das ist schlichtweg ein Fehlurteil des italienischen Justizsystems», sagte er dem US-Fernsehsender ABC. Es handele sich darüber hinaus um ein «Versagen der Stadt Perugia (...) und Italiens als Ganzes». Er frage sich, wie die Richter und die Geschworenen nach dem, was im Gerichtssaal an Indizien vorgelegt wurde, zu einem solchen Schuldspruch kommen konnten.

Auf amerikanischen TV-Sendern wurden immer wieder offen oder zwischen den Zeilen Zweifel an der Unparteilichkeit des Gerichts und der italienischen Justiz geäussert. Kritisiert wurde etwa eine «Vorverurteilung» durch italienische Medien. Eine Kommentatorin beim TV-Sender CNN meinte, wer in Italien über Geld und Einfluss verfügt, habe gute Chancen, von Richtern milde behandelt zu werden. Andere Medien meinten, die Indizien seien nicht eindeutig gewesen und liessen erheblichen Zweifel an der Schuld der US-Studentin zu.

Unterstützung aus der Politik

Möglicherweise erhält die verurteilte Amerikanerin nun Hilfe von der US-Regierung: Die Senatorin von Amanda Knox' Heimatstaat Washington, Maria Cantwell, erklärte auf «Mail Online», dass sie die US-Aussenministerin Hillary Clinton einschalten will. Es gebe «ernsthafte Fragen im Zusammenhang mit dem italienischen Justizsystem», sagte die Abgeordnete. Es habe möglicherweise «anti-amerikanische» Tendenzen gegeben.

Clinton selber hat in einem Interview mit «ABC News» bereits angekündigt, sich dem Fall anzunehmen. Sie werde sich mit Senatorin Cantwell treffen, sagte sie. Doch «im Moment kann ich noch nichts dazu sagen».

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