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Ex-Freund über Knox«Amanda war aufdringlich und unsensibel»

Raffaele Sollecito, der Ex-Freund des «Engels mit den Eisaugen», hat ein Buch geschrieben. Darin unterstreicht er seine Unschuld im Fall der in Perugia 2007 ermordeten Meredith Kercher. Ein Geständnis aber macht er.

von
gux

Sollecito war 2007 mit seiner Freundin Amanda Knox ursprünglich zu 25 und 26 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Letztes Jahr sprach sie ein Gericht in Perugia in einem Berufungsverfahren vom Vorwurf frei, die Austauschstudentin und Knox' Zimmergenossin Meredith Kercher in einer wilden Drogen- und Sexnacht ermordet zu haben.

Dass der Verdacht der Ermittler auf den verliebten Italiener und seine Amerikanerin gefallen war, dazu hatten die beiden selbst beigetragen. So liess das Paar keine Gelegenheit aus, sich reichlich unpassend zu benehmen: Sollecito und Knox schmusten vor TV-Kameras miteinander, Knox schlug unbekümmert das Rad vor Journalisten, die beiden schienen nichts ernst zu nehmen – obwohl gerade ihre gemeinsame Bekannte ermordet worden war.

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Diese Verliebtheit sei es gewesen, die den Verdacht der Polizei auf die beiden gelenkt habe, schreibt auch Sollecito in seinem Buch. Der Italiener beteuert einmal mehr seine Unschuld. Weder er noch Amanda hätten mit dem Mord an Kercher etwas zu tun gehabt, er verstehe aber, dass ihr Verhalten den Verdacht der Polizei geweckt habe: «Wir hatten ja auch wirklich kein Alibi für die Nacht des 1. Novembers, die Mordnacht.»

«Sie war mir unangenehm»

Sollecito schreibt von der Zeit, als der Himmel voller Geigen hing und wie sich mit dem Mord alles änderte: Wie die beiden jungen Leute von der Presse als «Monster» dargestellt worden seien, wie aus Amanda Knox «Foxy Knoxy» wurde, und wie ihre Unbedarftheit sie beide zu Hauptverdächtigen und schliesslich zu Angeklagten machte.

Von Knox hat sich Sollecito mittlerweile getrennt und distanziert. So tönt er im Buch an, dass Knox ziemlich aufdringlich und unsensibel war. Auf dem Polizeiposten sei sie ihm auf den Schoss geklettert und habe sich so klettenhaft benommen, «dass es mir unangenehm war».

Sollecitos Buch trägt den Titel «Honour bound» (etwa «An die Ehre gebunden»). Es erscheint am 18. September. Auch Amanda Knox schreibt in den USA an einem Buch – für lukrative vier Millionen Dollar.

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