«Du hast mein Leben zerstört» - Amateurfussballer bedroht Schweizer Tennisprofi und seine Familie
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«Du hast mein Leben zerstört»Amateurfussballer bedroht Schweizer Tennisprofi und seine Familie

«Wenn du spielst wie ein Betrüger, musst du auch bereit sein, dafür bestraft zu werden» – so hat ein tschechischer Amateurfussballer den Genfer Tennisprofi Johan Nikles bedroht.

von
Marcel Urech
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Der Genfer Tennisprofi Johan Nikles erhielt auf Social Media eine Geldforderung.

Der Genfer Tennisprofi Johan Nikles erhielt auf Social Media eine Geldforderung.

Freshfocus/Claudio De Capitani
Der tschechische Amateurfussballer David Smolen verlangte von ihm 2000 Euro, weil er eine Wette verlor.

Der tschechische Amateurfussballer David Smolen verlangte von ihm 2000 Euro, weil er eine Wette verlor.

Freshfocus/Claudio De Capitani
Nikles bezahlte nicht und machte die Drohung stattdessen öffentlich.

Nikles bezahlte nicht und machte die Drohung stattdessen öffentlich.

Freshfocus/Claudio De Capitani

Darum gehts

  • Ein tschechischer Amateurfussballer sah sich um seinen Wetteinsatz betrogen.

  • «Sende mir Geld, oder ich und meine britischen Freunde spüren dich auf», schrieb er auf Twitter.

  • Nikles bezahlte nicht – und fordert nun, dass die Tennisverbände aktiv werden.

Der Genfer Tennisprofi Johan Nikles hat nach einem verlorenen Spiel im niederländischen Amersfoort massive Drohungen erhalten und diese auf Social Media publik gemacht. «Das muss aufhören», schreibt der 24-Jährige auf Twitter. «Das geht zu weit. Ich fühle mich bei solchen Drohungen einfach nicht mehr sicher.»

«Du hast 2 Tage, Bruder»

Die Drohungen sprach der tschechische Amateurfussballer David Smolen aus. Er setzte offenbar auf Nikles und verlor dabei eine Wette. Dieser erhielt die Mitteilung nach seinem Spiel gegen den Qualifikanten Vit Kopriva (ATP 249) in Gstaad, das er mit 2:6, 1:6 deutlich verloren hatte. «Danke für heute, du hast mein Leben zerstört», schrieb Smolen in seiner Mitteilung. «Sende mir mein Geld zurück, oder ich und meine britischen Freunde besuchen die Schweiz und spüren dich auf. Und deine Familie. Du hast zwei Tage, Bruder.»

Der Amateurfussballer gab eine IBAN-Nummer an und verlangte, dass Nikles 2000 Euro auf das Konto überweist. Er bezahlte nicht. «Wenn du spielst wie ein Betrüger, musst du auch bereit sein, dafür bestraft zu werden», heisst es in der Drohung weiter. «Das ist kein Spass, ich meine es ernst.»

Tennisverbände sollen aktiv werden

Nikles wünsche sich, dass der Internationale Tennisverband (ITF) oder die Männertour (ATP) die Spieler in solchen Fällen stärker unterstützen, schreibt der «Tages-Anzeiger». Er habe die Drohung öffentlich gemacht, damit endlich etwas passiere. Nikles wolle, dass «die Leute und auch die ITF und die ATP» das sehen. «Was, wenn mich jemand aus dem Publikum angreift, der Geld auf mich gesetzt hat? Ich wäre ihm ausgeliefert.»

Von einer Klage werde der Tennisprofi aber wohl absehen. Auch sein Instagram-Konto wolle er deswegen nicht löschen. Er brauche es, um via Crowdfunding Geld für seine Karriere zu sammeln.

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