21.10.2019 18:43

Englisches Lager«Amazon-Arbeiter laufen wie Zombies herum»

Heftige Vorwürfe an die Adresse eines Lagers von Amazon im britischen Tilbury: Die dortigen Mitarbeiter würden wie Sklaven behandelt.

von
scl
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250'000 Gegenstände mussten Amazon-Mitarbeiter in einem Lager im britischen Tilbury nachts teilweise einpacken. (Symbolbild)

250'000 Gegenstände mussten Amazon-Mitarbeiter in einem Lager im britischen Tilbury nachts teilweise einpacken. (Symbolbild)

epa/Friedemann Vogel
Sie hätten bis zur Erschöpfung gearbeitet, erzählen frühere und aktuelle Mitarbeiter dem britischen «Mirror». (Symbolbild)

Sie hätten bis zur Erschöpfung gearbeitet, erzählen frühere und aktuelle Mitarbeiter dem britischen «Mirror». (Symbolbild)

AP/Paul Sakuma
10-Stunden-Schichten und höchstens 10 Minuten Pause gehören laut Bericht zum Alltag. Dazu komme  ständiger Druck und Kontrolle. (Symbolbild)

10-Stunden-Schichten und höchstens 10 Minuten Pause gehören laut Bericht zum Alltag. Dazu komme ständiger Druck und Kontrolle. (Symbolbild)

AP/Lynne Sladky

10-Stunden-Schichten, kurze Pausen und ständige Kontrolle: Das Amazon-Lager im englischen Tilbury sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt. Laut eines Berichts des britischen «Mirror» hätten sich Mitarbeiter vor Erschöpfung sogar auf dem WC eingeschlossen, um dort zu schlafen.

Zudem seien sie für Pausen, die länger als zehn Minuten dauerten, bestraft worden. Auch für schwangere Frauen habe es keine Ausnahmeregelungen gegeben. Abmahnungen setzte es demnach auch für Mitarbeiter, die versucht hatten, eine Gewerkschaft zu gründen, um etwas an den Arbeitsbedingungen zu ändern.

«100 Tage Hölle»

«Die Mitarbeiter laufen wie Zombies herum», sagt der ehemalige Angestellte Michael Gabay. Sie würden unter ständigem Druck stehen, schneller zu arbeiten, so der 42-Jährige. 250'000 Gegenstände hätten sie teilweise in einer Nacht einpacken müssen. Er habe «100 Tage Hölle» erlebt.

Für rund 10 Pfund die Stunde, umgerechnet knapp 13 Franken, hätten sie bis zur Erschöpfung gearbeitet, erzählen laut Bericht frühere und aktuelle Mitarbeiter. Nicht wenige seien krank geworden.

Wie der «Mirror» weiter schreibt, anerkennt Amazon die Anschuldigungen «nicht als genaue Darstellung der Aktivitäten in unserem Gebäude an». Das Lager in Tilbury sei ein sicherer und positiver Arbeitsplatz. «Sicherheit ist unsere oberste Priorität und wir nehmen das Wohl unserer Mitarbeiter sehr ernst.»

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