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Sortiments-AusbauAmazon bietet neu Nudeln und Hundefutter an

In den USA beliefert Amazon Kunden bereits mit Lebensmitteln. Weil das Geschäft so gut läuft, will Amazon eine eigene Lebensmittelmarke kreieren.

von
cls
Amazon prüft laut einem Zeitungsbericht eigene Lebensmittelmarken unter seiner Marke Elements.

Amazon prüft laut einem Zeitungsbericht eigene Lebensmittelmarken unter seiner Marke Elements.

Es hört sich ein bisschen an wie ein Gemischtwarenladen: Milch Milchprodukte, Cerealien, Gemüse, Babynahrung sowie Putzmittel sollen demnächst unter dem Label «Amazon fresh» firmieren. Dies schreibt das Wall Street Journal unter Berufung auf Insiderkreise.

Offenbar hat das Internetunternehmen diesen Monat die Markenrechte für mehr als zwei Dutzend Kategorien verlangt, die es in seiner Premium-Produktelinie namens «Elements» vertreiben möchte. Dazu gehören Kaffee, Suppe, Pasta, Wasser, Vitamine, Hundefutter sowie Rasierklingen und Putzmittel. Bereits vor längerer Zeit hat Amazon eigene Windeln und Zubehör schützen lassen. Von der Elements-Linie profitieren kann allerdings nur, wer die 99 US Dollar-Mitgliedschaft bezahlt.

Starker Partner gesucht

Dazu braucht das Unternehmen allerdings einen starken Kooperationspartner, der die Ware herstellt, die Amazon dann unter eigenem Label verkaufen will. Diesen scheint es nun im börsenkotierten TreeHouse Foods gefunden zu haben. Die Firma hat 2014 3 Milliarden ihrer Produkte verkauft, von denen die Salatsaucen und Suppen zu den beliebtesten Waren gehören.

Knackpunkt ist die Qualität. Erst kürzlich nahm Amazon die Windeln vom Markt, um die Qualität zu überarbeiten, welche von Kunden moniert worden war. Zur Angebotspalette gehören auch Batterien, USB-Sticks und Kabel, Rucksäcke und sogar Keramikplatten. Auch Möbel vertreibt der Onlinehändler, diese firmieren unter den Brand «Strathwood» und «Pinzon».

Nicht alles, was Amazon angeht, ist von Erfolg gekrönt. Eine Koch- und Küchenwerkzeuglinie, die 2012 in Seattle vorgestellt wurde, wurde wenig später aus dem Sortiment gestrichen.

Eine Million Artikel

Ein Angebot für verderbliche Waren hatte der weltgrösste Internethändler noch nie, es gibt aber die Fresh-Lieferwagen mit Produkten anderer Unternehmen in einigen Städten in den USA.

Preise für die neuen Amazon-Lebensmittel waren nicht zu erfahren. Geliefert werde wahrscheinlich mit dem Fresh-Dienst.

Wie Cnet berichtete, soll Amazon-Prime-Mitgliedern in den USA für bestimmte Produkte eine kostenlose Lieferung am selben Tag angeboten werden. Angeboten wird der Service für eine Million Artikel und nur für Bestellungen über 35 US-Dollar.

Doch wie sinnvoll ist es überhaupt, Haushaltsprodukte zu kreieren? Laut Eddie Yon, Consultant bei der Unternehmensberatung «The Cambridge Group» mache es ziemlich viel Sinn, in den Privatsektor vorzustossen, denn dort gibt es grosses Wachstumspotenzial, besonders für Eigenmarken.» Vor allem günstige Eigenmarken hätten hohe Margen zu verzeichnen, weil sie weniger für Marketing ausgeben würden.

Chips und Shampoo

Das Geschäft mit Eigenmarken ist laut Marktforschungsgruppe

Information Resources Inc. in den USA ein aufstrebender Markt; 2014 wuchs dieser um 2,1 Prozent auf 120 Milliarden US-Dollar an. Rund 18 Prozent aller gekauften Konsumgüter waren mit einer Eigenmarke versehen.

Das will sich Amazon nun zunutze machen. Der Konzern hat 2014 einen Verlust von 241 Millionen US-Dollar hinnehmen müssen. Das Geschäft mit Eigenmarken sowie mit Frischwaren soll Umsatz bescheren. Jede Geschäftsidee ist dabei willkommen – wie zum Beispiel das mit dem Grosshandel zum Selbstabholungspreis. Unter dem Stichwort «Prime Pantry» können Amerikaner nun Waren gleich im XL-Karton abholen, seien es Chips oder Shampoo.

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