Amazon streicht 18’000 Stellen

Publiziert

InternetrieseAmazon streicht 18’000 Stellen – mehr als je zuvor

Kahlschlag beim Versandriesen – und der ist noch grösser als bisher vermutet. Inflation und ansteigende Zinsen haben Auswirkungen auf das Geschäft.

1 / 5
Der Jobabbau bei Amazon ist ein weiterer Beleg für das jähe Ende des Job-Booms in der Tech-Branche. 

Der Jobabbau bei Amazon ist ein weiterer Beleg für das jähe Ende des Job-Booms in der Tech-Branche. 

REUTERS
Amazon-Gründer Jeff Bezos ist einer der reichsten Menschen der Welt. Seit Juli 2021 ist er nicht mehr CEO, aber immer noch Verwaltungsratspräsident.

Amazon-Gründer Jeff Bezos ist einer der reichsten Menschen der Welt. Seit Juli 2021 ist er nicht mehr CEO, aber immer noch Verwaltungsratspräsident.

AFP
Andy Jassy führt seither als CEO das Unternehmen.

Andy Jassy führt seither als CEO das Unternehmen.

Getty Images via AFP

Darum gehts

  • Amazon hat die Angestellten über einen massiven Kahlschlag informiert.

  • 18’000 Jobs werden gestrichen.

  • Am 1. Februar wird die Jahresbilanz des Konzerns erwartet.

Die Entlassungswelle beim weltgrössten Online-Versandhändler Amazon fällt deutlich grösser aus als zunächst angenommen. Vorstandschef Andy Jassy kündigte am Mittwochabend (Ortszeit) in einem Memo an die Beschäftigten die Streichung von mehr als 18’000 Stellen an. Im November war noch von lediglich 10’000 Jobs die Rede gewesen. Es handelt sich um den ersten grösseren Personalabbau in der Geschichte des 1994 gegründeten US-Konzerns. Amazon hatte zuletzt weltweit rund 1,5 Millionen Beschäftigte, die meisten von ihnen arbeiten in der Liefer- und Lagerinfrastruktur.

«Amazon hat in der Vergangenheit ungewisse und unsichere Wirtschaftslagen durchstanden und wird dies auch weiterhin tun», erklärte Konzernchef Jassy im Firmenblog mit Blick auf das angesichts von hoher Inflation und steigenden Leitzinsen schwierige Konjunkturumfeld. Das Führungsteam sei sich im Klaren darüber, wie schwierig die Entlassungen für die Betroffenen seien, und mache sich solche Entscheidungen nicht leicht. Doch der Schritt sei notwendig, um die Kosten zu senken. Amazon hatte bereits im November begonnen, im grösseren Stil Stellen zu streichen. In den Vorjahren gab es wegen des Online-Bestellbooms in der Pandemie eine Einstellungsoffensive.

Bestellst du Produkte im Internet?

Die Kündigungswelle betraf zunächst vor allem die defizitäre Gerätesparte rund um Echo-Smartlautsprecher und das Sprachassistenzprogramm Alexa. Doch Jassy hatte die Mitarbeiter Mitte November bereits auf einen weiteren Jobabbau eingestellt und signalisiert, dass es auch im kommenden Jahr zu Entlassungen kommen werde. Die Stellenstreichungen sollen nun noch weitreichender ausfallen und zusätzliche Sparten umfassen. Laut Jassy wollte das Management dies zunächst vertraulicher an die Betroffenen kommunizieren. Doch dies sei nicht möglich gewesen, da die Pläne geleakt worden seien. Das US-Finanzblatt «Wall Street Journal» hatte unter Berufung auf Insider vorab darüber berichtet.

Der Jobabbau bei Amazon ist ein weiterer Beleg für das jähe Ende des Job-Booms in der Tech-Branche. Nachdem die Geschäfte in der Pandemie florierten, macht das von Inflations- und Rezessionssorgen geprägte derzeitige Marktumfeld vielen Firmen schwer zu schaffen. Die Reihe der Unternehmen, die Entlassungen ankündigten, wird schon seit Monaten immer länger. So kam es etwa bei der Facebook- und Instagram-Mutter Meta sowie dem von Tesla-Chef Elon Musk übernommenen Online-Netzwerk Twitter zu regelrechten Job-Kahlschlägen.

Am Mittwochmorgen (Ortszeit) hatte bereits der US-Softwarehersteller Salesforce angekündigt, jeden zehnten Mitarbeiter loswerden zu wollen. Zuletzt hatte der SAP-Rivale nach eigenen Angaben vom Dezember weltweit mehr als 79’000 Beschäftigte. Damit dürften fast 8000 Jobs bei dem Spezialisten für Vertriebssoftware wegfallen. Salesforce hatte Investoren erst Ende November mit dem Ausblick für das Schlussquartal enttäuscht. Zudem hatte der Konzern damals mitgeteilt, dass Co-Konzernchef Bret Taylor seinen Posten räume.  

Bleiben Sie über Wirtschaftsthemen informiert

Wenn Sie die Benachrichtigungen des Wirtschaftskanals abonnieren, bleiben Sie stets top informiert über die Entwicklungen der Business-Welt. Erfahren Sie dank des Dienstes zuerst, welcher Boss mit dem Rücken zur Wand steht oder ob Ihr Job bald durch einen Roboter erledigt wird. Abonnieren Sie hier den Wirtschafts-Push (funktioniert nur in der App)!


Social Media

Sie finden uns übrigens auch auf FacebookInstagram und Twitter!

(AFP/DPA/roy)

Deine Meinung

12 Kommentare