Aktualisiert 23.06.2015 08:37

E-BooksAmazon will Autoren nach gelesenen Seiten bezahlen

Amazon ändert ab 1. Juli das Vergütungssystem für seine E-Book-Autoren. Das Prinzip: Wer mehr schreibt und mehr gelesen wird, erhält mehr Geld.

von
cls
Wer gelesen wird, erhält Lohn: So sieht das neue Bezahlmodell von Amazon für Autoren von E-Books aus.

Wer gelesen wird, erhält Lohn: So sieht das neue Bezahlmodell von Amazon für Autoren von E-Books aus.

Das Modell von Amazon nennt sich «Pay per read». Es basiert darauf, dass Autoren von E-Books nur nach der verfassten und gelesenen Textmenge bezahlt werden. Diese Neuerung hat Amazon auf der Seite des Programms Kindle Direct Publishing angekündigt.

Amazon will den Autoren, die längere Werke verfassen, mehr bezahlen als einem Autor von Kurzgeschichten – vorausgesetzt, die Texte werden auch gelesen. Und je mehr Seiten eines Textes gelesen werden, desto mehr Geld erhält ein Autor.

Auf Wunsch der Autoren

Bisher wurden die Einnahmen gleichmäßig auf die ausgeliehenen E-Books verteilt – egal, ob ein Roman oder ein Sachbuch nun 15 Seiten hatte oder 1.500. Die Vergütung für die Schriftsteller war allein abhängig von der Zahl der Ausleihen. Das neue Entlohnungsmodell sei auf Wunsch der Autoren eingeführt worden, «die uns gebeten haben, die Ausschüttung besser mit der Länge der Bücher und damit, wie viel Kunden lesen, in Einklang zu bringen», schreibt Amazon. Es gilt ab dem 1. Juli.

Aber was genau ist denn eine Seite in einem Kindle-Buch? Da sich Schrifttyp und -größe individuell einstellen lassen, gibt es eigentlich keine Seitenzahlen bei diesen Geräten, der Lesefortschritt wird in Prozent angegeben. Amazon hat dafür eine Methode mit dem skurrilen Namen Kindle Edition Normalized Page Count (KENPC) entwickelt.

Schummeln geht nicht

Die Methode berechnet die Zahl der gelesenen Seiten, indem als Basis die voreingestellten Standard-Einstellungen der Reader für Schriftart, Schriftgröße und Zeilenabstand angenommen werden. Gemessen wird ab der Start Reading Location (SRL), die typischerweise den ersten Satz des ersten Kapitels markiert.

Auch grafische Elemente soll der KENPC dem Seitenzähler zuschlagen. Der KENPC merkt dabei, ob man die Bücher einfach im Schnelldurchlauf überfliegt respektive durchblättert oder das Buch ein zweites Mal liest. Beides trägt dem Autor keine zusätzlichen Einnahmen ein.

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