Brasilien: Amazonas-Indios als Kannibalen?
Aktualisiert

BrasilienAmazonas-Indios als Kannibalen?

Kannibalismus im 21. Jahrhundert: In einer entlegenen Region in Brasilien sollen Mitglieder eines Indiovolks einen Bauern umgebracht und dessen innere Organe gegessen haben.

Ein Beamter des Dorfes Envira im Westen des Amazonas-Gebietes bestätigte gegenüber CNN Medienberichte, wonach fünf Mitglieder des Kulina-Volkes auf der Flucht seien wegen eines Falls von rituellem Kannibalismus. Sie hätten den 19-jährigen Ocelio Alves de Carvalho beim Viehhüten getroffen und in ihr Dorf eingeladen, sagte Maronilton da Silva Clementino. Danach wurde er nicht mehr gesehen.

Die Familie des jungen Bauern habe sich darauf in das Reservat begeben und dort «den zerteilten Körper und den an einem Baum hängenden Schädel gefunden», sagte Clementino. Den Hinweis hätten sie von den Indianern selbst erhalten, die in Envira – wo etwa 190 Kulina-Familien leben – erzählten, sie hätten die inneren Organe des Opfers in einem rituellen Akt gekocht und gegessen. Fünf Verdächtige seien verhört, aber auf Druck anderer Indios freigelassen worden und in den Dschungel geflüchtet.

Die Familie des Opfers sei frustriert darüber, dass weitere Behördenvertreter erst nach drei Tagen eintrafen, sagte Clementino. Vertreter der nationalen Indianerbehörde FUNAI betonten gegenüber der Zeitung «Voz do Acre», dass der Zugang nach Envira sehr schwierig und nur mit langen Boots- und Helikopterreisen möglich sei. Gemäss FUNAI leben rund 2500 Mitglieder des Kulina-Volkes in der Grenzregion zu Peru. Sie gelten als isolierter Stamm und sind bekannt für ihre komplexe Sprache. So sollen Männer und Frauen völlig unterschiedliche Sprachen verwenden.

(pbl)

Deine Meinung