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Mikko MäenpääAmbri ist super – die Schiedsrichter nicht

Mikko Mäenpää ist Verteidiger und dennoch PostFinance-Topskorer von Ambri. Der Finne gibt aber nichts auf Skorerpunkte.

von
Peter Berger

Sauer ist Mikko Mäenpää am Dienstagabend, und zwar so richtig. Die fünf Gegentore im letzten Drittel in Bern und damit Ambris 3:6-Niederlage nach einer 3:0-Führung haben ihm zugesetzt. Die ersten Antworten auf die Fragen der Journalisten sind kurz, sehr kurz. Die Schweizer Liga findet er aber attraktiv: «Gutes Eishockey, viel Tempo, gute Spieler, nicht so gute Schiedsrichter», sagt der Finne.

Die letzte Aussage muss man vielleicht in den entsprechenden Kontext setzen: Mäenpää sass beim sechsten Gegentreffer auf der Strafbank. Bereits im ersten Drittel hatte er wegen Reklamierens die Kühlbox aufsuchen müssen. Selbstredend hätte sich der 32-jährige Routinier für die beiden Vergehen nicht bestraft.

Skorerpunkte sind nicht alles

Generell erachtet er den Wechsel in die Schweiz als gute Entscheidung: «Mir gefällt es ausgezeichnet. Das Tessin ist wunderschön.» Dass es im Winter in der Leventina auch frostig sein kann, lässt den Nordländer kalt: «Ich komme aus Finnland!» An die Zukunft mag er noch nicht denken. Eine Rückkehr in die KHL, wo er von 2011 bis 2014 für Chabarowsk, ZSKA Moskau und bis zu dessen Rückzug auch bei Lev Prag gespielt hat, steht für ihn jedenfalls nicht im Vordergrund.

Dass er in Ambri als Verteidiger die Skorerliste anführt (4 Tore/8 Assists), hat für ihn keine Bedeutung: «Persönliche Skorerpunkte dürfen nie der Anreiz sein, aufs Eis zu gehen. Es ist unfair, Spieler nach ihren Skorerpunkten zu bewerten», hält Mäenpää fest. «Denn manchmal hat man Glück und manchmal tut man genau das Richtige, bleibt aber trotzdem ohne Punkt.»

Als Beispiel mag dazu eine Szene aus dem Spiel gegen den SCB dienen. Mäenpää spielte in der 53. Minute einen Zuckerpass – wohl das schönste Zuspiel in der ganzen Partie – auf Adrien Lauper. Der Stürmer wurde aber von SCB-Goalie Marco Bührer gestoppt.

Weniger Schwankungen

Vielmehr als mit Skorerpunkten erklärt Mäenpää seine guten Leistungen in Ambri damit, dass er vermehrt an seiner Konstanz arbeite. «Ich will nicht mehr so grosse Schwankungen an guten oder schlechten Tagen. Dazu bin ich gesund und geniesse es, für diesen Club zu spielen.»

Vorerst hat er in Ambri nur für diese Saison unterschrieben, aber er schliesst nicht aus, dass auch ein zweites Jahr folgen könnte: «Alles ist möglich.»

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