Ambri stemmt sich gegen Playout
Aktualisiert

Ambri stemmt sich gegen Playout

Ambri-Piotta hat sich im Kampf um die NLA-Playoff-Qualifikation noch nicht aufgegeben. Die Leventiner siegten bei Leader Davos überraschend mit 7:3. Die Rapperswil-Jona Lakers bezwangen im zweiten Nachtragsspiel vom Diestag Lugano mit 7:4.

Ambri-Piotta wahrte mit einem 7:3-Erfolg bei Leader Davos die Chancen auf die Playoff-Teilnahme. Die Bündner, die bisher die statistisch beste Abwehr, zeigten in der Verteidigung zuvor kaum gekannte Mängel.

Der Auftritt der Davoser, die nun drei der letzten vier Spiele verloren haben, war geprägt von Unkonzentriertheiten, die die zuletzt auswärts viermal unterlegenen Leventiner resolut ausnutzten. Kursweisend war die Szene unmittelbar nach Beginn des Mittelabschnitts, als Hnat Domenichelli zwar das Bully gegen Reto von Arx verlor, sich die Scheibe aber wieder erkämpfte und sich gegen Benjamin Winkler durchsetzte. Als der kanadische Topskorer der Leventiner das 4:1 erzielte, waren in zweiten Drittel gerade fünf (!) Sekunden verstrichen. Und Winkler leistete sich mit Gian-Marco Crameri auch den Aussetzer, den Jean-Guy Trudel und Eero Somervuori zum 6:3 verwerteten. Schon zuvor hatte Arno Del Curto nach dem 3:5 von Dario Kostovic sein Timeout bezogen (31.). In der 30-sekündigen Ausszeit wandte sich Del Curto jedoch ausschliesslich an seinen Keeper Jonas Hiller, der auch nicht seinen besten Tag erwischte. Symptomatisch war der letzte Gegentreffer, als sich der Appenzeller Goalie die von Alain Demuth vor das Tor gespielte Scheibe ins eigene Tor lenkte.

Rappis starke Reaktion

Der 7:4-Sieg gegen Lugano trug den Rapperswil-Jona Lakers die vorzeitige Qualifikation für die Playoffs ein. Die St. Galler waren dem Meister lange Zeit überlegen, hielten dem Druck im einseitigen Schlussdrittel (8:20 Schüsse) aber locker Stand.

Phasenweise dominierte das aufsässige Heimteam den Titelhalter fast nach Belieben. Zwischen der 15. und 30. Minute fand die Mannschaft des Ende Saison abtretenden Bill Gilligan genügend Platz in der gegnerischen Zone, um sich zu entfalten. Diese Freiheiten und die fehlende Sicherheit von Luganos Goalie Simon Züger nützten die Lakers zum entscheidenden Vorsprung. Tom Koivistos Schlenzer von der blauen Linie (17.), ein Solo des wieder aufgebotenen Finnen Mikko Eloranta (21.) und Stacy Roests Nachschuss zum 4:1 (26.) gaben der Partie den entscheidenden Lauf.

Wie überlegen die Lakers bis zur zweiten Pause agierten, zeigte auch das Schussverhältnis von 33:17 auf. Rapperswil-Jona wirkte in seinen Offensivbemühungen wesentlich zielstrebiger als der Gegner, erst nach der 4:1-Führung waren gewisse Ungenauigkeiten festzustellen. Gilligans Timeout verdeutlichte der Equipe indes, welchen Weg sie weiter einzuschlagen hatte. Denn Lugano stemmte sich erst, als es nochmals auf 4:6 herankam, sichtlich gegen die drohende Niederlage.

Als passend erwies sich auch die Massnahme, den kanadischen Goalie Scott Langkow durch Marc Klingner zu ersetzen und damit Eloranta nach dreimaligem Aufenthalt auf der Tribüne wieder einmal eine Einsatzmöglichkeit zu bieten. Die physische Präsenz des bulligen Flügels, der an zwei Toren beteiligt war, wirkte sich nach dem 1:6 am letzten Sonntag in Kloten überaus positiv auf das Rapperswiler Spiel aus. Elorantas Einsatz passte bestens zur Forderung (»mehr Präsenz markieren»), den Gilligan nach der Lehrstunde im Schluefweg verlangt hatte.

Eishockey NLA, Nachtragsspiele

Rapperswil-Jona - Lugano 7:4 (2:1, 2:1, 3:2)

Lido. - 4626 Zuschauer. - SR Prugger, Abegglen/Dumoulin.

Tore: 5. Hentunen (Jeannin) 0:1. 10. Friedli (Morger) 1:1. 17. Koivisto (Czerkawski) 2:1. 21. Eloranta (Roest) 3:1. 26. Roest (Czerkawski/Ausschluss Hänni, Strafe angezeigt) 4:1. 33. Reuille (Tristan Vauclair, Hänni) 4:2. 42. (41:31) Julien Vauclair (Wallin, Romy/Ausschluss Schefer) 4:3. 42. (41:52) Kamber (Murray, Geyer) 5:3. 46. Nordgren (Eloranta, Geyer) 6:3. 52. Reuille (Romy) 6:4. 56. Czerkawski (Murray, Geyer) 7:4.

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona, 3mal 2 Minuten gegen Lugano.

PostFinance-Topskorer: Roest; Wallin.

Rapperswil-Jona: Klingler; Schefer, Fischer; Koivisto, Gmür; Geyer, Bayer; Berger; Nordgren, Roest, Eloranta; Czerkawski, Kamber, Murray; Schrepfer, Bütler, Micheli; Walser, Morger, Friedli.

Lugano: Züger (46. Flückiger); Julien Vauclair, Tärnström; Hänni, Hirschi; Snell, Cantoni; Hentunen, Wallin, Jeannin; Reuille, Romy, Tristan Vauclair; Näser, Conne, Wirz; Gardner, Sannitz.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Bärtschi, Guyaz, Marco Streit (alle verletzt) und Eloranta (überzähliger Ausländer), Lugano ohne Murovic, Strudwick, Wilson (alle verletzt) und Balerna (bis Ende Saison in der East Coast Hockey League/USA). - 52. Timeout Rapperswil-Jona.

Davos - Ambri-Piotta 3:7 (2:3, 1:3, 0:1)

Eisstadion. - 3746 Zuschauer. - SR Mandioni, Simmen/Sommer.

Tore: 3. Winkler (Daigle, Riesen/Ausschlüsse Wieser; Baldi) 1:0 (Eigentor Höhener). 10. Trudel (Somervuori, Du Bois) 1:1. 12. Riesen (Daigle, Winkler) 2:1. 15. Demuth (Kostovic) 2:2. 18. Domenichelli (Somervuori) 2:3. 21. (20:05!) Domenichelli (Ausschluss Naumenko!) 2:4. 24. Chawanow (Daigle/Ausschluss Höhener) 3:4. 31. Kostovic (Demuth, Pont) 3:5. 37. Somervuori (Trudel) 3:6. 55. Demuth (Pont, Svensson/Ausschluss Marha) 3:7.

Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Davos, 7mal 2 Minuten gegen Ambri.

PostFinance-Topskorer: Daigle; Domenichelli.

Davos: Hiller; Winkler, Crameri; Blatter, Chawanow; Jan von Arx, Gian-Andrea Randegger; Müller; Riesen, Reto von Arx, Daigle; Wieser, Marha, Burkhalter; Guggisberg, Taticek, Ambühl; Leblanc, Flurin Randegger; Rizzi; Plankl.

Ambri: Bäumle; Naumenko, Höhener; Ott, Du Bois; Tallarini, Svensson; Somervuori, Domenichelli, Trudel; Kostovic, Pont, Demuth; Bianchi, Cereda, Imperatori; Siritsa, Celio, Christen; Baldi.

Bemerkungen: Davos ohne Sarault (verletzt), Baumann (krank), Gianola (persönliche Gründe), Furrer und Heberlein (überzählig), Ambri ohne Gianini (verletzt). - Pfostenschuss: 23. Riesen. Lattenschuss: 30. Reto von Arx. - Timeout: 31. Davos.

(si)

Steiner und Sirén zu den Lakers

Die Rapperswil-Jona Lakers melden für die kommende Saison zwei Neuverpflichtungen. Die Stürmer Daniel Steiner (von den ZSC Lions) und Niki Sirén (SCL Tigers) unterzeichneten jeweils Verträge bis 2009. Mit einem gewissen Risiko ist das Engagement von Daniel Steiner verbunden. Der Schweizer Internationale hat wegen den Nachfolgen der zweiten Hirnerschütterung seit Mitte März 2006 keinen Ernstkampf mehr bestritten.

Für Sirén, den Sohn des langjährigen Rapperswiler Assistenten Esa Sirén, ist der Wechsel zu den Lakers die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Der 30-jährige Finne mit Schweizer Lizenz spielte schon zwischen 2002 und 2005 für die St. Galler.

Paterlini wechselt zu Lugano

Lugano verpflichtet vom Ligakonkurrenten ZSC Lions den Stürmer Thierry Paterlini. Der 31-jährige Zürcher Unterländer unterzeichnete mit den Tessinern einen Zweijahresvertrag mit der Option auf eine dritte Saison.

Der Schweizer Internationale Paterlini spielt seit drei Jahren bei den Stadtzürchern, nachdem er zuvor je vier Jahre in Bern und Davos engagiert gewesen war, wo er je einmal Schweizer Meister wurde. Ausserdem gaben die Luganesi die Verlängerung der Verträge mit dem Finnen Jukka Hentunen (bis 2009), Raffaele Sannitz (2010), Wes Snell (2008) sowie Matteo Nodari und Luca Balerna (beide bis 2009) bekannt.

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