Aktualisiert 20.02.2014 11:08

Bei Hochwasser

Ameisen bilden lebende Flösse

Wenn Ameisen durch Wasser gefährdet sind, fügen sie sich zu einem lebenden Floss zusammen. Nach ganz unten werden die widerstandsfähigen Larven und Puppen gepackt, oben thront die Königin.

von
lmm

Bei Überschwemmungen können sich Ameisen aneinander festklammern und so lebende Flösse bilden. Ausserdem nutzen sie den Auftrieb ihrer Brut, wie Forschende der Universität Lausanne nun im Fachjournal «Plos One» berichten.

Mit diesen Tricks könnten sie Hochwasser erstaunlich gut überstehen, erklärten die Wissenschaftler in einer Mitteilung der Universität Lausanne vom Mittwoch. Sie hatten die Bildung von Flössen bei einer Ameisenart untersucht, die in den Überschwemmungszonen der Rhone im Wallis leben.

Widerstandsfähig gegen Ertrinken

Im Labor haben sie kleine Gruppen von Arbeiterinnen, Brut und Königinnen experimentellen Hochwassern ausgesetzt. Dann beobachteten sie, welchen Platz die verschiedenen Individuen im Floss einnahmen. Merkwürdigerweise platzierten die Arbeiterinnen die jüngsten der Kolonie, die Larven und Puppen, stets an die Unterseite des Flosses.

Dies schadete diesen jedoch nicht. «In der Tat sind Ameisen sehr widerstandsfähig gegen Ertrinken», liess sich Erstautorin Jessica Purcell in der Mitteilung zitieren. «Die Brut überlebt auch dann problemlos, wenn sie sich längere Zeit unten am Floss unter Wasser befindet.»

Larven und Puppen als Bojen

Mit weiteren Tests konnten die Forschenden zeigen, dass die Larven und Puppen den grössten Auftrieb besitzen. Sie dienten demnach dem Floss als eine Art Bojen. Dank ihnen befänden sich die Arbeiterinnen weniger lange im kalten Wasser, was ihre Erholungszeit verkürzt, wenn sie wieder festen Boden betreten, erklärten die Forschenden.

Die Königin indes, die für das Überleben der gesamten Kolonie entscheidend ist, wird in der Mitte des Flosses auf dem am besten geschützten Ort transportiert. (lmm/sda)

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