ETH-Studie: Ameisensäure im Tank
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ETH-StudieAmeisensäure im Tank

Das Auto der Zukunft könnte Ameisensäure tanken. Forscher der ETH Lausanne haben herausgefunden, dass sich in dieser Form Wasserstoff einfach und sicher lagern lässt.

Kommt bald Ameisensäure durch diesen Zapfhahn?

Kommt bald Ameisensäure durch diesen Zapfhahn?

Wasserstoff wird oft als möglicher Ersatz für fossile Brenn- und Treibstoffe bezeichnet. Er ist umweltfreundlich und hat einen hohen Wirkungsgrad, weist aber auch einige gewichtige Nachteile auf, wie die ETH Lausanne am Dienstag mitteilte. Insbesondere ist er extrem leicht entflammbar und muss deshalb in sperrigen Druckflaschen gelagert werden. Für Autos sind schwere Tanks aber wenig geeignet.

Ein Team der ETH Lausanne um Gabor Laurenczy hat nun gemeinsam mit deutschen Kollegen einen Weg gefunden, um die Schwierigkeit zu umgehen. Wie die Forscher im Fachmagazin «Angewandte Chemie» berichten, lässt sich Wasserstoff in Ameisensäure umwandeln und so problemlos und sicher lagern.

Besserer Energiespeicher

Wasserstoff lässt sich leicht aus elektrischer Energie gewinnen, die zum Beispiel von Sonnenkollektoren oder Windrädern stammt. Den Wasserstoff wandelten die Wissenschaftler nun mit einem Katalysator und dem in der Atmosphäre vorhandenen Kohlendioxid (CO2) in Ameisensäure um. Auch die umgekehrte Reaktion gelang ihnen.

Ameisensäure ist eine farblose, ätzende Flüssigkeit, die zum Beispiel von Ameisen verspritzt wird. Die Substanz ist nur schwer entzündlich und kann bei Raumtemperatur gespeichert werden. Bei gleichem Volumen kann als Ameisensäure fast doppelt so viel Energie gespeichert werden wie bei herkömmlicher Speicherung von reinem Wasserstoff.

Prototyp funktioniert

Ein Prototyp-Reaktor mit einer Leistung von zwei Kilowatt ist laut der ETH bereits funktionstüchtig. Zwei Unternehmen, eines in der Schweiz und eines in Kanada, haben eine Lizenz erworben, um die Technologie weiterzuentwickeln. Ein Auto mit Ameisensäure-Tank sei rein technisch gesehen absolut machbar, wird Laurenczy zitiert.

Allerdings gibt es laut dem Wissenschaftler noch eine letzte Hürde zu nehmen: Die Technik muss auch wirtschaftlich betrieben werden können. Bis die ersten Autos mit Ameisensäure laufen, werden deshalb wohl noch ein paar Jahre vergehen. (sda)

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