America's Next Wahnsinnsklage
Aktualisiert

America's Next Wahnsinnsklage

Stellen Sie sich selber betrunken im Auto sitzend vor. Dem Polizisten erzählen sie, ihr Freund habe die Schlüssel und die Eltern holten sie ab. Dann fahren sie doch selbst, verunfallen – und verklagen die Polizei.

«In Amerika klagen wir, wenn wir betrunken sind und verunfallen», überschrieb ein Blog diese unglaubliche Geschichte aus den USA. Zwei Millionen Franken möchte Korie Hoke vom Staat sehen, weil die Polizei ihr geglaubt hat, berichtet die Zeitung «Phoenix Arizona News». Aber der Reihe nach.

Silvester 2006: Die damals 20-Jährige Hoke ruft die Polizei, weil sie sich mit ihrem Freund gestritten und Angst vor selbigem hatte. Als Officer Lateef Hampton am Ort des Geschehens eintraf, sass das junge Mädchen eingeschlossen in ihrem Wagen. Um das Auto stand eine Menschenmenge, Hoke war nach Hamptons Angaben hysterisch. Nach gutem Zureden öffnete sie dem Polizisten die Tür.

Hampton bemerkte zwar, dass die 20-Jährige nicht nüchtern war, führte aber keinen Test durch. Korie und ihr Freund versicherten ihm, dass er die Schlüssel habe und sie nicht fahren würde. Dennoch bat der Officer das Mädchen, ihre Geldbörse zu leeren und durchsuchte teilweise das Auto, um sicher zu sein, dass sie wirklich keinen Schlüssel hatte. Der Teenager rief dann in seinem Beisein ihre Eltern an, die versicherten, sie kämen sofort vorbei, um ihre Tochter abzuholen.

Da Hoke offiziell als Erwachsene gilt und der Polizist keine Gefahr sah, fuhr er davon. Als Minuten später die Eltern eintrafen, hatte sich ihr Nachwuchs schon aus dem Staub gemacht: Korie hatte doch noch ein paar Schlüssel versteckt. Kurz darauf hörte Officer Hampton im Polizeifunk, dass die junge Frau verunfallt war. Einer ihrer Anwälte gab inzwischen zu, dass die Blutalkohol-Messung im Krankenhaus einen nicht näher genannten Wert über dem Erlaubten ergeben hatte.

So weit, so schlecht, sollte man denken. Hätte sich nicht Korie Hoke Ende Oktober dazu entschieden, eine Klage gegen die Polizei beim Obersten Gericht des Maricopa County einzureichen. Streitwert: Zwei Millionen Franken. Begründung: Der Officer habe sie alleine gelassen und so den Unfall nicht verhindert. Inklusive der Verletzungen der Hoke, die unter anderem ein Schädeltrauma erlitten hat. Letztere Tatsache könnte diesen wirren juristischen Vorgang vielleicht auch erklären…

Deine Meinung