Aktualisiert 19.10.2006 04:02

Amerikaner fürchten sich im Ausland

In der amerikanischen Öffentlichkeit wächst die Besorgnis über die eigene Aussenpolitik. Nach einer Umfrage fürchten die Amerikaner, dass sie bei Auslandsreisen zunehmend gefährdet sind.

Das Forschungsinstitut Public Agenda veröffentlichte aufgrund der Erhebung am Mittwoch erstmals einen «Angstindikator», der so wörtlich «the level of angst in America» zum Ausdruck bringen soll. Auf einer Skala von 0 bis 200 wurde anhand der Ergebnisse zu fünf Fragen ein Wert von 130 ermittelt. Dies bedeute, dass die Unsicherheit hinsichtlich der internationalen Stellung des Landes einen ziemlich hohen Wert erreicht habe, sagte der Vorsitzende des Instituts, Daniel Yankelovich. Dies dürfe auch die Regierung nicht gleichgültig lassen, fügte der Wissenschaftler hinzu.

«Es ist nicht einfach ein bestimmtes Ereignis oder eine bestimmte Politik, die die Leute beunruhigt», erklärte Yankelovich. «Es ist der Irak, es ist die Gefahr eines Terroranschlags, es ist die Abhängigkeit bei der Energieversorgung, es ist unser verringertes Ansehen in der Welt, es ist die Zunahme des islamischen Extremismus'.».

Im Einzelnen waren 87 Prozent der Befragten der Auffassung, dass die Bedrohungen der nationalen Sicherheit übertrieben dargestellt würden. 78 Prozent äusserten die Ansicht, dass die USA im Ausland als arrogant betrachtet würden. Und 64 Prozent erklärten, dass keinem Land ein demokratisches System aufgezwungen werden könne, wenn es noch nicht dazu bereit sei. Nach dem amerikanischen Schulnotensystem von A bis F wollte weniger als ein Drittel der Befragten der Irak- und Afghanistan-Politik der Regierung die Noten A und B geben. Befragt wurde eine Stichprobe von 1.001 Personen; die statistische Fehlerquote wurde mit plus/minus 3,5 Prozentpunkten angegeben. (dapd)

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