Aktualisiert 06.02.2014 10:22

#BoycottCoke

Amerikaner, Hass und Coca-Cola

Während des Superbowls hat Coca-Cola einen emotionalen, multikulturellen Werbespot gezeigt. Der Schuss ging nach hinten los: Die Reaktionen des Publikums darauf sind katastrophal.

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Die während der Superbowl-Übertragung gezeigte Werbung ist traditioneller Teil des nationalen Spektakels. Zu den mit Spannung erwarteten Filmchen gehört jeweils auch der Spot von Coca-Cola.

In seinem einminütigen Spot setzte der Getränkeriese ganz auf Patriotismus. Leute schwenken US-Fahnen, tummeln sich im Grand Canyon oder surfen am Strand von Los Angeles – alles musikalisch untermalt mit dem Lied «America the Beautiful». Indes: Das Lied wird nicht nur auf Englisch, sondern in acht weiteren Sprachen gesungen, darunter Spanisch, Arabisch, Tagalog und Hindi.

Schwulenpaar wird übersehen

Die Marketingverantwortlichen von Coca-Cola irrten jedoch, als sie glaubten, der Multikulti-Spot würde beim Publikum gut ankommen. Noch am gleichen Abend brach deswegen ein wahrer Shitstorm auf sozialen Netzwerken aus.

Unter den Tags #BoycottCoke und #SpeakAmerica kam die Wut so manch eines Amerikaners zum Ausdruck: «Ich werde nie mehr Coke trinken. Das Lied ‹America the Beautiful› darf nur auf Englisch gesungen werden», meint ein Twitter-User. Ein anderer twittert: «Diese Werbung ist grauenhaft. Mexikaner, Terroristen, Juden und Nigger sind keine Amerikaner.» Was das Unternehmen hier gemacht habe, sei «ein Angriff auf unsere Identität».

Bemerkenswert: Im Spot ist zwischen den verschiedenen Szenen ein homosexuelles Paar mit Kind zu sehen. Darauf hat kein Mensch reagiert. Die USA sind also schon tolerant – ein Stück weit.

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