Aktualisiert 27.10.2009 16:27

US-KonjunkturAmerikaner sehen schwarz nicht rosa

Die Sorge um ihren Arbeitsplatz drückt den US-Konsumenten überraschend kräftig aufs Gemüt. Der Index für das Konsumentenvertrauen sank im Oktober um 5,7 auf 47,7 Zähler.

Dies ist der niedrigste Stand seit Juli, wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte. Analysten wurden von den Daten auf dem falschen Fuss erwischt, da sie mit einer stabilen Konsumentenstimmung gerechnet hatten. Die Aktienmärkte in den USA und in Europa gaben in der Folge nach.

Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit treibt immer mehr Amerikaner um: Fast jeder zweite Befragte gibt an, dass es derzeit schwierig sei, an einen Job zu kommen. Die derzeitige Lage schätzen die Konsumenten so düster ein wie seit 26 Jahren nicht mehr.

Auch die wirtschaftlichen Aussichten für die kommenden sechs Monate beurteilen die Konsumenten weniger rosig. Zudem erwarten sie, dass darunter auch ihre Einkommen leiden werden. «Diese Stimmung wird wahrscheinlich auch das Weihnachtsgeschäft belasten», warnte Studienleiterin Lynn Franco.

Die Stimmung der Konsumenten gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.

Im September war die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit 26 Jahren gestiegen. Zugleich beschleunigte sich der Jobabbau. Seit Ausbruch der Rezession in den USA Ende 2007 sind der Krise bereits 7,6 Millionen Arbeitsplätze zum Opfer gefallen.

Höhere Preise für Wohnimmobilien

Auf dem schwer gebeutelten Wohnimmobilienmarkt mehren sich jedoch die Zeichen für eine Stabilisierung: Die Preise für Wohnimmobilien in ausgewählten US-Ballungsräumen sind im August den vierten Monat in Folge gestiegen.

Einfamilienhäuser in den 20 grössten Städten kosteten 1,2 Prozent mehr als im Juli, wie aus dem Index von Standard & Poor's hervorgeht. Von Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet. Binnen Jahresfrist fielen die Preise um 11,3 Prozent und damit weniger stark als erwartet.

Seinen Höhepunkt hatte der US-Immobilienboom 2006 erreicht. Das Platzen der Blase am US-Wohnimmobilienmarkt gilt als wichtigster Auslöser der weltweiten Finanzkrise.

(sda)

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