Aktualisiert 20.01.2016 07:27

#thankswiss

Amerikaner tweeten «Danke!» an die Schweiz

Angeleitet von einer Fox-News-Moderatorin danken Amerikaner der Schweiz massenhaft für die Hilfe beim Gefangenentausch mit dem Iran.

von
sut

«Ich liebe die Schweiz!» Mit diesem Satz rief am Montag die Fox-News-Moderatorin Greta van Susteren ihre Fans auf, es ihr gleichzutun und der Schweiz für ihre Hilfestellung bei der Befreiung von vier Amerikanern aus iranischer Haft zu danken.

Die TV-Frau sagte, bei allem Jubel über die Geiselbefreiung hätten viele – sie selbst eingeschlossen – gute Manieren vermissen lassen und es verfehlt, den Schweizern zu danken. «Sie halfen uns, und das ohne Gegenleistung. Es war ein Schweizer Flugzeug, das die drei Amerikaner auflas und durch iranischen Luftraum in Sicherheit flog.»

#thankswiss macht die Runde

Van Susteren bezeichnete die Schweiz als unsere «loyale Freundin» und sagte: «Als wir Hilfe brauchten, sagte diese Nation: Ihr könnt auf uns zählen.» Dann gab die Moderatorin ihren 659'000 Gefolgsleuten auf Twitter den Hashtag #thankswiss aus – und die Tweets strömten herein, zu Hunderten:

Drei der vier vom Iran freigelassenen US-Bürger waren am Sonntagabend in Deutschland eingetroffen. Die drei Männer hatten zuvor einen Zwischenstopp in Genf eingelegt. Der «Washington Post»-Korrespondent Jason Rezaian, der Marineinfanterist Amir Hekmati und der protestantische Pfarrer Saeed Abedini wurden freigelassen, nachdem die USA im Gegenzug sieben Iraner begnadigt hatten, die wegen Verstössen gegen Sanktionsgesetze Freiheitsstrafen verbüsst hatten.

Obama und Kerry dankten auch

Greta van Susteren ist nicht die Erste, die der Schweiz dankt. Präsident Barack Obama hatte in einer Ansprache nach dem Gefangenentausch die Schweiz auch erwähnt, wenngleich in vergleichsweise nüchterner Sprache: «Ich möchte der Schweizer Regierung, die unsere Interessen im Iran vertritt, für ihre kritische Unterstützung danken.»

Schon zuvor hatte Aussenminister John Kerry die guten Dienste der Schweiz vermerkt. «Besonderer Dank gebührt der Schweizer Regierung, [Bundesrat] Didier Burkhalter und all jenen, die als unsere Vertreter für die Mission der Freilassung der Amerikaner gearbeitet haben.»

Veteranin des Simpson-Prozesses

Van Susteren ist manchen Europäern womöglich noch aus den 1990er-Jahren bekannt, als sie für CNN über den spektakulären Mordprozess gegen den Footballer O. J. Simpson berichtete. Mit den im Iran gefangenen Amerikanern befasste sich die Moderatorin regelmässig und eingehend in ihrem einstündigen Programm «On the Record», das auf Fox News um 19 Uhr Ostküstenzeit ausgestrahlt wird. Sie interviewte Angehörige der Inhaftierten und besuchte die Familie Amir Hekmatis in Michigan.

Die frühere Rechtsanwältin verfolgt eine gemässigt konservative Linie. Zu ihren häufigen Gesprächspartnern zählen seit langem die Ex-Gouverneurin Sarah Palin und der jetzige Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Daneben ist van Susteren – offensichtlich – eine Freundin der Schweiz.

Greta van Susterens TV-Kommentar über die Schweiz:

(Quelle: Youtube/One News Broadcast)

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