Erinnerung an Fall Knox: Amerikanerin in Florenz getötet
Aktualisiert

Erinnerung an Fall KnoxAmerikanerin in Florenz getötet

Ashley Olsen liegt tot in ihrer Florentiner Wohnung, an ihrem Hals sind Würgemale. Die Polizei hat nun einen Verdächtigen verhaftet.

von
cfr

Sie war blond, hübsch und in der Expat-Szene von Florenz vernetzt: Jetzt ist die Amerikanerin Ashley Olsen (35) laut italienischen Medien in ihrer Wohnung ermordet worden. Das It-Girl wurde am Samstag mit Schrammen und Blutergüssen am Hals tot und nackt im Bett ihrer Mietwohnung aufgefunden. Die Hintergründe der Tat sind rätselhaft.

Eine Autopsie ergab, dass Olsen mit einem Kabel oder einem Seil erwürgt wurde. Der Befund scheint laut «Faz.de» für den «tödlichen Ausgang aussergewöhnlicher Sexualpraktiken zu sprechen».

Neben ihrer Leiche sass wimmernd Beagle «Scout»

Ihr Freund, der Maler Federico Fiorentini (43), hatte Olsens Leiche am Samstag gefunden. Nach einem Streit hatte er tagelang nichts von ihr gehört und sie telefonisch nicht erreicht. Also liess er sich die Tür zu ihrer Wohnung vom Eigentümer öffnen – und fand die Leiche seiner Freundin. Daneben sass wimmernd ihr Beagle Scout. Fiorentini versuchte laut «Bild.de» noch, Olsen mit Mund-zu-Mund-Beatmung wiederzubeleben.

Die Wohnung habe wie ein Schlachtfeld ausgesehen, auf einen Kampf habe aber nichts hingedeutet. Auf der Strasse vor dem Haus fand die Polizei einen schwarzen BH. Die Beamten befragten auch Fiorentini, sein Alibi sei einwandfrei gewesen, meldeten die Behörden.

Verdächtiger aus Drogenszene verhaftet

Jetzt kann die Polizei von Florenz einen ersten Erfolg verzeichnen: Am Mittwoch verhaftete sie einen ersten Verdächtigen. DNA-Spuren vom Tatort hätten Ermittler auf dessen Spur gebracht. Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen den Verdächtigen zudem am Freitagmorgen mit dem Opfer auf einer Strasse vor einem Nachtclub zeigen. Der Verdächtige soll den Behörden zufolge in der örtlichen Drogenszene aktiv sein. Weitere Details wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Olsen stammt aus Summer Haven in Florida und lebt seit drei Jahren in Florenz. Sie galt als aktives Mitglied der dortigen Expat- und Kunstszene. Sie war ihrem Vater nach Italien gefolgt, der in Florenz Architektur unterrichtet.

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand ihr Leid zufügen würde», sagte Amy, eine Freundin des Opfers, der Nachrichtenagentur AP. «Sie war ein nettes, schönes, freundliches, liebenswürdiges Mädchen und es ist ein fürchterlicher Schock.» Ashley sei immer mit ihrem Beagle Scout durch Florenz spaziert und habe dort viele Freunde unter den Auslandsamerikanern gehabt.

Parallelen zum Fall «Engel mit den Eisaugen»?

Der Fall erinnert an den Mord an der Britin Meredith Kercher in Perugia im Jahr 2007, für den ihre Mitbewohnerin Amanda Knox, der «Engel mit den Eisaugen», zeitweise im Gefängnis sass. Die italienischen Ermittler und Gerichte hatten viel Kritik einstecken müssen, nachdem Knox in dem hochkarätigen Fall erst verurteilt, dann freigesprochen, wieder verurteilt und in letzter Instanz schliesslich freigesprochen worden war.

«Ich hoffe, dass die Untersuchungen diesmal eindeutig sind», sagte Georgette Jupe, eine Freundin Olsens aus Florenz. Der Mord an Olsen wird von Domenico Giacinto Profazio untersucht – demselben Polizeioffizier, der Kercher fand und später wegen schlampiger Ermittlungen in Verruf geriet. (cfr/sda)

Deine Meinung