Nordkorea: Amerikanerinnen müssen vor den Richter
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NordkoreaAmerikanerinnen müssen vor den Richter

Die beiden vor zwei Wochen in Nordkorea festgenommenen US-Journalistinnen sollen wegen illegaler Einreise und Spionage vor Gericht gestellt werden. Die Vorwürfe gegen die beiden Frauen seien bewiesen.

Bei einer Verurteilung drohen ihnen mehr als zehn Jahre Haft im Arbeitslager, meldete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag. Laura Ling und Euna Lee wurden am 17. März im nordkoreanischen Grenzgebiet zu China festgenommen. Sie arbeiten für das Online-Medium Current TV des früheren US-Vizepräsidenten Al Gore. Ihr Führer und ihr Kameramann entkamen, wurden nach Angaben aus Peking aber vom chinesischen Sicherheitsamt festgesetzt.

Erste Ermittlungen hätten die Vorwürfe gegen die Journalistinnen bestätigt, meldete KCNA. Einen Termin für das Gerichtsverfahren nannte die Nachrichtenagentur nicht. Nach Angaben des Informationszentrums für Nordkorea stehen auf illegale Einreise nach Nordkorea bis zu drei Jahre Haft. «Feindliche Aktivitäten» oder Spionage wird mit fünf bis zehn Jahren Arbeitslager geahndet, in einigen Fällen kann die Strafe noch schwerer ausfallen.

Die Verhaftung der Journalistinnen fällt in eine Zeit höchster politischer Anspannung: Nordkorea will zwischen dem 4. und 8. April eine Trägerrakete mit einem Satelliten ins All schiessen, die nach westlichen Einschätzungen auch als ballistisches Waffensystem genutzt werden könnte. Pjöngjang würde sich damit über ein vom UN-Sicherheitsrat ausgesprochenes Verbot hinwegsetzen. Ausserdem hält Nordkorea in einer gemeinsamen Wirtschaftszone einen Südkoreaner fest, der das politische System Pjöngjangs kritisiert und eine Nordkoreanerin zur Flucht aus dem kommunistischen Land angestiftet haben soll. (dapd)

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