12.09.2020 09:02

Trotz positivem TestUS-Touristin steckt beim Feiern in Bayern Dutzende an

Eine junge US-Amerikanerin hat sich trotz Corona-Infektion ins Nachtleben Bayerns gestürzt und dabei Dutzende andere angesteckt. Der entsprechende Landkreis musste nun scharfe Massnahmen ergreifen.

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In der Bar Peaches im bayerischen Garmisch-Partenkirchen soll eine Amerikanerin gefeiert haben – obwohl sie positiv auf das Corona-Virus getestet worden war.

In der Bar Peaches im bayerischen Garmisch-Partenkirchen soll eine Amerikanerin gefeiert haben – obwohl sie positiv auf das Corona-Virus getestet worden war.

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Zuvor soll sie bereits 23 Menschen in ihrem Hotel – der Edelweiss Lodge – angesteckt haben.

Zuvor soll sie bereits 23 Menschen in ihrem Hotel – der Edelweiss Lodge – angesteckt haben.

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Garmisch-Partenkirchen ist ein bekannter Ferienort im deutschen Bundesland Bayern.

Garmisch-Partenkirchen ist ein bekannter Ferienort im deutschen Bundesland Bayern.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Eine US-Amerikanerin mit positiver Corona-Diagnose hat im bayerischen Ferienort Garmisch-Partenkirchen Dutzende Personen mit dem Corona-Virus angesteckt.
  • Zunächst soll sie 23 Personen im ihrem Hotel angesteckt haben. Dann besuchte sie mehrere Bars, wo sie weitere Personen ansteckte.
  • Als Folge musste der Landkreis, dem Garmisch angehört, das Nachtleben herunterfahren.

Am Freitag wurden in Garmisch-Partenkirchen 33 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Den Grossteil davon habe man den Kontakt mit einer jungen US-Amerikanerin zurückverfolgen können, so Landkreis-Sprecher Stephan Scharf gegenüber der deutschen «Bild»: «Weil sie trotz Symptomen meinte, sich vergnügen zu müssen.»

Die 26-Jährige hatte alleine in ihrem Hotel, dem von der US-Armee betriebenen «Edelweiss Lodge», 23 Menschen angesteckt. Zumindest am Dienstagabend soll sie dann auch durch die Lokale gezogen sein, und unter anderem in der Cocktailbar «Peaches» weitere Personen infiziert haben. Laut Scharf gibt es aber auch Hinweise, dass sie bereits am Montag um die Häuser gezogen war. Ebenfalls wird eine Bar-Tour am Mittwoch vermutet.

«Müssen das Nachtleben herunterfahren»

Wie viele Betroffene es nun gibt, lasse sich laut den Behörden nur schwer sagen, weil die Superspreaderin an so vielen Orten gewesen sei. Laut «Bild» rechnet das Landratsamt mit «zahlreichen Folgeansteckungen».

Durch diesen neuerlichen Anstieg wurde der kritische Wert von 50 Fällen pro 100’000 Einwohner innerhalb einer Woche im Landkreis überschritten, weshalb die Behörden nun mit scharfen Massnahmen reagieren: «Wir müssen das Nachtleben herunterfahren», so der Sprecher weiter.

Bis zu 25’000 Euro Strafe

Ab dem heutigen Samstag ist zumindest für eine Woche nun Sperrstunde um 22 Uhr. Maximal fünf Personen dürfen an einem Tisch sitzen. Auch an öffentlichen Orten sind nur noch Gruppengrößen bis fünf Personen erlaubt. Private Feiern dürfen drinnen maximal 50 Besucher haben, bei Veranstaltungen im Freien 100. Wer gegen diese Regeln verstösst, muss tief in die Tasche greifen: die Bussgelder können bis zu 25’000 Euro ausmachen.

(her)

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