Weltraumforschung: Aminosäure in Komet entdeckt
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WeltraumforschungAminosäure in Komet entdeckt

Die Aminosäure Glyzin, ein grundlegender Baustein von Eiweissen, ist erstmals in einem Kometen entdeckt worden. Damit erhalte die Theorie, dass einfache Lebensbausteine aus dem All auf die Erde gelangten, neue Nahrung, erklären US-Wissenschaftler.

Die mikroskopischen Spuren von Glyzin wurden in einer Probe von Partikeln nachgewiesen, welche die NASA-Sonde Stardust vom Schweif des Kometen Wild 2 im Januar 2004 eingefangen hatte. Die Sonde hatte sich damals in einer Entfernung von 320 Millionen Kilometern von der Erde befunden.

Wild 2 ist benannt nach dem Schweizer Astronomen Paul Wild, der lange Jahre dem Astronomischen Institut der Universität Bern vorstand. Kometen wie Wild 2 enthalten gut erhaltenes Material, das bei der Entstehung des Sonnensystems vor einigen Milliarden Jahren gebildet wurde.

Im Kanister zur Erde

Die Gas- und Staubproben wurden auf einer kleinen beschichteten Scheibe gesammelt und im Jahr 2006 mittels eines von der Sonde abgekoppelten Kanisters zur Erde zurückgesandt. Die NASA hatte bereits im Vorjahr über die Entdeckung des Glyzins berichtet, musste aber noch nachweisen, dass es wirklich extraterrestrischen Ursprungs war.

Glyzin (H2N-CH2-COOH) ist die einfachste der insgesamt 20 auf der Erde vorkommenden Aminosäuren. Aminosäuren sind die Bausteine der Eiweisse, aus denen alle lebenden Zellen aufgebaut sind. Diese Proteine verleihen den Zellen nicht nur ihre Struktur, sondern sind auch für lebenswichtige biochemische Vorgänge verantwortlich.

»Wir haben schon früher Aminosäuren in Meteoriten gefunden, aber jetzt haben wir sie zum ersten Mal in einem Kometen entdeckt», sagte die Astrobiologin Jamie Elsila vom NASA Goddard Space Flight Center in Maryland, die Hauptautorin der Studie, die in der Zeitschrift Meteoritics and Planetary Science veröffentlicht wurde.

Leben häufiger als vermutet?

Wissenschaftler haben lange darüber diskutiert, ob so komplexe Strukturen wie die sich zu Ketten formenden Aminosäuren auf der Erde oder im Weltraum entstanden sind. Die jüngste Entdeckung gibt jenen neuen Auftrieb, die meinen, dass Meteoriten und Kometen die im Kosmos gebildeten Lebensbausteine auf die Erde und andere Planeten gebracht haben.

Carl Pilcher, Direktor des NASA Astrobiology Institute in Kalifornien und Mitautor der Studie, sagte, das Argument, dass Leben im All eher häufiger als seltener vorkomme, werde dadurch gestärkt.

(sda)

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