Erstes Springen in Sapporo: Ammann in Sapporo zurückgebunden
Aktualisiert

Erstes Springen in SapporoAmmann in Sapporo zurückgebunden

Simon Ammann musste beim ersten Springen in Sapporo im Hinblick auf den Gesamtweltcup einen herben Rückschlag einstecken. Der Toggenburger wurde nach zwei durchschnittlichen Sprüngen nur Siebter. Gewonnen hat einmal mehr Überflieger Gregor Schlierenzauer vor seinen Teamkameraden Morgenstern und Loitzl.

Selten hat ein Skispringer die Konkurrenz dermassen dominiert wie derzeit Gregor Schlierenzauer. Dem Fluggenie gelang auch in Sapporo (Jap) ein magischer Auftritt. Schlierenzauer sprang in Sapporo mindestens eine Klasse besser als der Rest. Seine Sonderstellung manifestierte der 19-jährige Tiroler im ersten Durchgang aufs Eindrücklichste. Die unmittelbar vor ihm gestarteten Wolfgang Loitzl und Simon Ammann waren bei schlechten Windverhältnissen nur 112 (Loitzl) respektive 107,5 m weit gesprungen. Schlierenzauer scherte sich keinen Deut um die Bedingungen und segelte auf 133 m. Differenz zu Ammann: 25,5 m! Mit allfälligen Windeinflüssen allein lässt sich ein solcher Unterschied nicht erklären.

Einigermassen mithalten konnte nur eine Gruppe von Springern um die Startnummer 30, die von einem guten Windfenster profitiert hatte. Schlierenzauer führte die Vermutungen, dass die Jury den Springern zu wenig Anlauf zugestanden haben könnte, ad absurdum. Der Tiroler flog, seine «Gegner» sprangen. Die Weiten der meisten erinnerten an einen Wettkampf von einer Normalschanze. Doch in Sapporo wird von jener Grossschanze gesprungen, auf der Simon Ammann vor zwei Jahren Weltmeister geworden war.

Zehnter ÖSV-Sieg in Folge

Im zweiten Durchgang musste Schlierenzauer bei deutlich faireren Bedingungen kein Risiko mehr eingehen. Auf dem Siegerpodest des 700. Springens der Weltcup-Geschichte wurde er von seinen Teamkollegen Thomas Morgenstern und Loitzl flankiert. Der zehnte Sieg der ÖSV-Adler war damit ein dreifacher Triumph. Ammann konnte sich noch vom 11. Zwischen- in den 7. Schlussrang verbessern, Küttel vom 15. in den 9.

Es sind Resultate, die das Schweizer Duo nicht zufriedenstellen können - zumal in Sapporo nur 12 der besten 30 im Weltcup anwesend sind. Die Bedingunen dürften ihren Teil zum Abschneiden beigetragen haben. Grössere Fehler waren bei Ammann und Küttel jedenfalls keine erkennbar. Der beste Sprung gelang Ammann im Probedurchgang, als keiner weiter flog.

Ammann im Gesamtweltcup zurückgefallen

Im Gesamtweltcup baute Schlierenzauer seinen Vorsprung auf Ammann um 64 auf 172 Punkte aus. Dem Toggenburger könnte allerdings schon bald auch von Loitzl der Rang abgelaufen werden. Der Sieger der Vierschanzentournee liegt nur noch 82 Punkte hinter Ammann. Die Formkurven sprechen im Moment klar für die Austria-Adler. Doch Ammann bleibt genug Zeit zur Korrektur. Eindruck macht der Lauf von Schlierenzauer aber auch ihm. Der Skiflug-Weltmeister hat sechs der sieben Springen seit der Tournee gewonnen.

Sapporo. 1. Weltcup-Springen

Schlussklassement:

1. Gregor Schlierenzauer (Ö) 253,3 (133 m/120,5 m). 2. Thomas Morgenstern (Ö) 216,9 (112/123,5). 3. Wolfgang Loitzl (Ö) 211,2 (112/119,5). 4. Kalle Keituri (Fi) 193,3 (127/96,5). 5. Yuta Watase (Jap) 187,9 (121,5/99). 6. Roar Ljökelsöy 186,5 (116/104). 7. Simon Ammann (Sz) 185,7 (107,5/111,5). 8. Daiki Ito (Jap) 185,6 (109/110,5). 9. Andreas Küttel (Sz) 183,8 (104,5/114). 10. Stefan Hula (Pol) 180,5 (111,5/106). 11. Michael Neumayer (De) 180,4 (118/102,5). 12. Takanobu Okabe (Jap) 172,9 (103,5/109,5). 13. Kamil Stoch (Pol) 165,9 (102/108,5). 14. Martin Koch (Ö) 159,3 (107,5/98,5). 15. Fumihisa Yumoto (Jap) 158,9 (105,5/102,5).

Ferner: 19. Kazuyoshi Funaki (Jap) 147,8 (107,5/93,5). - 40 klassiert.

Stand im Weltcup (18/28): 1. Schlierenzauer 1420. 2. Ammann 1248. 3. Loitzl 1166. 4. Morgenstern 648. 5. Martin Schmitt (De) 586. 6. Ville Larinto (Fi) 503. Ferner: 14. Küttel 329.

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