Dank Lachen zum Sieg?: Ammann wundert sich über «Ösi»-Humorberater
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Dank Lachen zum Sieg?Ammann wundert sich über «Ösi»-Humorberater

Der Schweizer Simon Ammann kann mit der Skisprung-Weltelite locker mithalten. Die Österreicher hingegen scheinen etwas zu «schummeln», damit sie als Team so stark sind.

von
heg
Simon Ammann. Was, die Österreicher haben einen Humor-Berater. (Bild: Keystone)

Simon Ammann. Was, die Österreicher haben einen Humor-Berater. (Bild: Keystone)

In erster Linie zählt natürlich die Technik. Die richtige Anfahrt auf den Schanzentisch, der richtige Absprung und der richtige Flug, der einen weit hinunter tragen soll, und die richtige Landung. In zweiter Linie kommt auch die mentale Verfassung hinzu. Während Simon Ammann beides aus dem Effeff kann, setzen die Österreicher beim zweiten Punkt auf einen Humorberater. Dieser bringt den Springern aus dem östlichen Nachbarland das Lachen bei.

«Du guckst doch auch dauernd Pornos»

Wie bitte, Humorberater? Ja, Sie haben richtig gelesen. Jonathan Briefs ist ein deutscher Improvisationstheater-Coach, der die österreichischen Skisprung-Adler seit zwei Jahren betreut. Briefs wurde damals engagiert, weil sich die beiden Teamkollegen Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer bei der Vierschanzentournee einen Konkurrenzkampf lieferten, erzählt er in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung». Seine Übungen sollen die Athleten zum Lachen bringen, damit diese den Kopf zum Springen frei haben.

Dazu reicht offenbar schon ein Witz, der aber nicht vom Humorberater, sondern von einem der Springer erzählt wurde. Im Interview zögert Briefs zögert zuerst, diesen zu erzählen, rückt dann aber doch heraus: «Ein Mann beschwert sich bei seiner Frau, weil sie immer Kochsendungen guckt. Sie könne doch überhaupt nicht kochen. Da sagt die Frau zum Mann: Wieso? Du guckst doch auch dauernd Pornos.» Darüber, wer denn diesen Witz erzählt hat, schweigt der Humorberater jedoch.

Ammanns Runzeln auf der Stirn

Beim Finale der Vierschanzentournee in Bischofshofen traf Humorberater Jonathan Briefs auch auf den Schweizer Simon Ammann. Der Improvisationstheater-Coach stieg zusammen mit Anmmans ärgstem Konkurrenten Gregor Schlierenzauer nach oben in den Turm. Der zweifache Schweizer Olympiasieger sei hinter ihnen gegangen, erzählt Briefs. Da habe er gedacht, er stelle sich diesem doch einmal vor.

«Ich ging zu ihm hin und habe gesagt: 'Hallo, ich gehöre zur österreichischen Mannschaft. Ich bin der Improvisationslehrer und der Humor-Berater'», so Briefs. Dann beschreibt er Ammanns Gesichtsausdruck: «Der war so irritiert, dass ihm die Gesichtszüge völlig entgleist sind. Ich habe mich verabschiedet, und dann habe ich gehört, wie der Ammann hinter uns murmelte: 'Humor-Berater? Wieso Humor-Berater?'» Aus der Ruhe bringen liess sich der Schweizer aber nicht wirklich. Ammann beendete das Springen als Dritter, Gregor Schlierenzauer wurde nur Fünfter. Allerdings stand dem Toggenburger mit Sieger Thomas Morgenstern ein anderer «Ösi» vor der Sonne.

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