Aktualisiert 15.01.2015 12:35

Probleme im All

Ammoniak-Alarm – Teile der ISS evakuiert

Auf der Internationalen Raumstation ISS haben Sensoren ein Ammoniak-Leck gemeldet. Astronauten mussten in den russischen Teil der ISS flüchten.

von
jcg
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Die ISS blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück: Am 20. November 1998 wurde es ernst mit dem Abenteuer «Internationale Raumstation». Auf dem Weltraumbahnhof Baikonur startete eine unbemannte russische Proton-Rakete mit dem ersten Bauteil für die ISS.

Die ISS blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück: Am 20. November 1998 wurde es ernst mit dem Abenteuer «Internationale Raumstation». Auf dem Weltraumbahnhof Baikonur startete eine unbemannte russische Proton-Rakete mit dem ersten Bauteil für die ISS.

Keystone/AP/Mikhail Metzel
Das Fundament der ISS: Das Fracht- und Antriebmodul «Sarja», hier während seiner Montage im Kosmischen Forschungs- und Produktionszentrum M. W. Chrunitschew.

Das Fundament der ISS: Das Fracht- und Antriebmodul «Sarja», hier während seiner Montage im Kosmischen Forschungs- und Produktionszentrum M. W. Chrunitschew.

Sergey Chirikov
Nur Tage später startete das Space Shuttle Endeavour mit dem Verbindungsknoten «Unity», dem Bindeglied zwischen dem russischen und dem amerikanischen Teil der Station. Die Aufnahme zeigt Astronaut Jim Newman am 7. Dezember 1998 bei Monatgearbeiten an «Unity».

Nur Tage später startete das Space Shuttle Endeavour mit dem Verbindungsknoten «Unity», dem Bindeglied zwischen dem russischen und dem amerikanischen Teil der Station. Die Aufnahme zeigt Astronaut Jim Newman am 7. Dezember 1998 bei Monatgearbeiten an «Unity».

Keystone/-

Plötzlich muss alles ganz schnell gehen. Lebensgefährliches Ammoniak soll in der ISS ausgetreten sein, die Besatzung zwängt sich im russischen Teil zusammen. Doch es war offenbar ein falscher Alarm. Die Astronauten kehren nach Stunden in den US-Teil zurück.

Vermutlich ein falscher Alarm hat am Mittwoch zu einer Evakuierung des US-Segments der Internationalen Raumstation ISS geführt. Weil die Messgeräte ein mögliches Ammoniak-Leck anzeigten, zog sich die sechsköpfige Besatzung vorübergehend in den russischen Teil der ISSzurück. «Kein Zeichen eines Lecks», schrieb die US-Raumfahrtbehörde Nasa später auf Twitter. Die betroffenen Astronauten kehrten am Mittwochnachmittag in den US-Teil zurück.

Möglicherweise habe es ein Computerproblem oder eine Fehlmessung gegeben, hiess es vonseiten der Nasa. Es werde aber noch weiter geprüft.

Für die Crew bestand keine Gefahr, wie die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos und ein Sprecher der amerikanischen Nasa am Mittwoch mitteilten. «Hallo euch allen, danke für eure Anteilnahme», schrieb die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti auf Twitter. «Wir sind alle sicher und es geht uns gut hier im russischen Segment.»

Die sechs Besatzungsmitglieder waren gerade dabei, die Ladung der kürzlich angedockten Dragon-Raumkapsel zu verstauen, als der Alarm losging. Sie folgten dem Evakuierungsprotokoll, schalteten die nicht essenzielle Ausrüstung im US-Segment ab und schlossen die Luken zum russischen Teil.

Kein Ammoniak entdeckt

Rund elf Stunden nach dem Alarm wurde das US-Segment wieder geöffnet. Cristoforetti und US-Astronaut Terry Virts untersuchten den Teil. Bei den Tests wurde kein ausgetretenes Ammoniak entdeckt.

Die russische Raumfahrtbehörde hatte zuvor berichtet, es sei tatsächlich flüssiges Ammoniak ausgetreten, diese Meldung aber später wieder zurückgezogen. Der Stoff wird zur Kühlung der elektronischen Instrumente verwendet.

Im 14-jährigen Bestehen der ISS haben Astronauten sie noch nie zur Gänze evakuieren müssen. Mehrfach mussten sie allerdings Schutz in den Sojus-Rettungskapseln suchen, als Weltraumschrott gefährlich nahe an die Station kam, um im Notfall rasch wegzukommen.

An Bord der ISS befinden sich derzeit die Nasa-Astronauten Virts und Barry Wilmore, die russischen Kosmonauten Jelena Serowa, Alexander Samokutjajew und Anton Schkaplerow, sowie die Esa-Astronautin Cristoforetti.

(jcg/sda)

ISS Live

Hier sehen sie, wo sich die ISS zurzeit gerade befindet: ISS-Tracker.

Weitere Echtzeit Infos zur ISS gibt es auf Spacestation Live.

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