Burma: Amnesty-Ehrung soll Suu Kyi vor Haft bewahren

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BurmaAmnesty-Ehrung soll Suu Kyi vor Haft bewahren

Amnesty International hat die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi mit ihrer höchsten Auszeichnung geehrt. Man hoffe, die Ernennung zur Botschafterin des Gewissens werde die 64-Jährige davor schützen, von der Militärjunta erneut eingesperrt zu werden.

Das erklärte Amnesty International (AI) am Montag in Dublin. Die Ehrung fällt mit dem 20. Jahrestag der ersten Festnahme Suu Kyis am 20. Juli 1989 zusammen. Die Friedensnobelpreisträgerin muss sich derzeit vor einem Gericht in Burma wegen des Vorwurfs verantworten, gegen Auflagen ihres Hausarrests verstossen zu haben. Am Dienstag wollte die Anklage ihr Schlussplädoyer halten, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Die Verteidigung hielt ihr abschliessendes Plädoyer am vergangenen Freitag, das Urteil wird für August erwartet.

Bei der Anklage geht es um den unerwünschten Besuch eines US-Bürgers, der über einen See zu ihrem Haus schwamm und zwei Tage von ihr aufgenommen wurde. Der Vorfall flog auf, und die 64-Jährige wurde ins Gefängnis gesteckt. Mitangeklagt sind der US-Bürger John Yettaw sowie zwei Mitarbeiterinnen von Suu Kyi. Der Politikerin droht eine Haftstrafe von fünf Jahren.

Burma wird seit 1962 von Generälen regiert. Die von Suu Kyi geführte Nationale Liga für Demokratie (NLD) gewann zwar die Parlamentswahl von 1990. Die Militärjunta weigerte sich danach aber, die Macht an eine zivile Regierung der NLD zu übergeben. Suu Kyi stand in 14 der vergangenen 20 Jahre unter Hausarrest. Die internationale Staatengemeinschaft hat wiederholt gegen den Prozess protestiert und die Freilassung von Suu Kyi verlangt. (dapd)

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