Druck auf Colombo: Amnesty will Untersuchung zu Sri Lanka
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Druck auf ColomboAmnesty will Untersuchung zu Sri Lanka

Die Generalsekretärin von Amnesty International (AI), Irene Khan, fordert eine unabhängige Kommission zur Untersuchung der Kämpfe in Sri Lanka.

AI sei zutiefst besorgt über die aktuelle Situation in Sri Lanka, sagte die Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur SDA am Rande des Internationalen Sicherheitsforums (ISF) in Genf. Von der internationalen Gemeinschaft erwartet sie, dass sie Druck auf die Regierung in Colombo ausübt.

Sie verurteilte die Verletzung des humanitären Völkerrechts im Kriegsgebiet und die Evakuierung von Zivilpersonen, die sich ausserhalb der Flüchtlingslager befinden.

Sehr besorgt äusserte sich Khan auch über das Schicksal dreier Ärzte, die festgenommen und angeklagt wurden. Ihnen wird offenbar vorgeworfen, in den Medien Falschaussagen über Angriffe gegen Zivilpersonen gemacht zu haben.

Appell an die Schweiz

Eine unabhängige Untersuchungskommission müsse die jüngsten Auseinandersetzungen in Sri Lanka untersuchen, forderte Khan. UNO- Generalsekretär Ban und die Regierungen von Staaten «wie der Schweiz» sollten diesbezüglich Druck ausüben.

Die sri-lankische Führung habe die militärische Lösung vorgezogen, aber sie könne die Menschenrechte nicht ständig ignorieren. Nun müsse sie beweisen, dass sie der tamilischen Minderheit entgegen kommen wolle. Sie müsse den Wiederaufbau vorantreiben und sich um die wirtschaftliche und soziale Situation der Tamilen kümmern.

Lasse die sri-lankische Regierung eine solche Untersuchungskommission zu, könne sie zeigen, dass sie es mit der Schaffung von Vertrauen ernst meine, sagte Khan.

Kein Zugang zur Kampfzone

Weder eine NGO noch eine internationale Organisation habe Zugang zur Kampfzone, sagte Khan weiter. Sie forderte die sri-lankische Regierung auf, Zivilpersonen die Verteilung von Hilfsgüter zu erlauben. Zudem müsse die Sicherheit dieser Helfer gewährleistet sein.

Wenn die Regierung nichts zu verbergen habe, gebe es auch keinen Grund, den Zugang zur Kampfzone zu verhindern, sagte Khan. Doch wie bereits beim Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seien seit letzter Woche auch jegliche Anfragen von AI, sich ins Krisengebiet begeben zu dürfen, abgelehnt worden. «Man teilte uns mit, wir sollten nicht mehr fragen», sagte Khan. (sda)

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