Aktualisiert 17.03.2009 11:37

Drama von Winnenden

Amok-Ankündigung wohl eine Fälschung

Die angebliche Ankündigung des Amoklaufs von Winnenden war nach Angaben des baden-württembergischen Innenministers Heribert Rech wahrscheinlich eine Fälschung.

Es spreche vieles dafür, dass der Eintrag zur Tat im Internet gefälscht sei, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Bis zur endgültigen Klärung muss nach Rechs Worten aber weiter auf die Übermittlung der Verbindungsdaten aus den USA gewartet werden, wo der Betreiber des betroffenen Servers ansässig ist.

Rech räumte «eine Panne im Zuge der dynamischen Ermittlungshandlungen» ein. Allerdings seien die Beamten «bis an die Grenze der eigenen Belastbarkeit gegangen», sagte er. «Da passiert schon mal so was», sagte der Minister. Er selbst hatte der Öffentlichkeit auf einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag zunächst die vermeintliche Ankündigung der Bluttat präsentiert und musste später Zweifel an der Echtheit einräumen. Rech war daraufhin in die Kritik geraten. Er musste sich gegen Vorwürfe wehren, er habe der Öffentlichkeit vorschnell Ermittlungsergebnisse präsentiert.

Rech gab zudem weitere Erkenntnisse der Fahnder bekannt: Demnach wurde inzwischen auch der Computer der Mutter des 17-jährigen Tim K. beschlagnahmt. «Der junge Mann war auch in Internet-Cafés», sagte Rech weiter. Detailerkenntnisse dazu gebe es aber noch nicht. Bei der Durchsuchung des Zimmers des Jungen hätten die Beamte zudem verschiedene Computerspiele, Gewaltfilme und handschriftliche Notizen gefunden, darunter die Formulierung «Tod aus Spass».

Bis zu 100.000 Menschen zu zentraler Trauerfeier erwartet

Neben den Ermittlungen beschäftigt die Behörden auch die Vorbereitung auf die zentrale Trauerfeier am kommenden Samstag in Winnenden. Nach den Worten von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) werden zwischen 30.000 und 100.000 Menschen in der Kleinstadt bei Stuttgart erwartet. Darüber hinaus haben auch Bundespräsident Horst Köhler und Kanzlerin Angela Merkel ihre Teilnahme angekündigt. Am Mittwoch um 10.00 Uhr soll es ausserdem eine landesweite Schweigeminute geben. (dapd)

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